1. Asklepios Lebensretter-Preis verliehen / Hamburger Klinikgruppe belohnt mutiges Handeln von Laien / Herzdruckmassage rettet jedes Jahr 5.000 Menschenleben in Deutschland (FOTO)

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Die Asklepios Kliniken haben am 26. September zwei Lebensretter
für ihren vorbildlichen Einsatz ausgezeichnet. Die beiden Hamburger
Preisträger stehen beispielhaft für medizinische Laien, die im
richtigen Moment die richtige Entscheidung getroffen haben und mit
einer Herzdruckmassage ein Menschenleben gerettet haben. Der
Asklepios Lebensretter-Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde zum
ersten Mal vergeben.

„Ziel der Preisverleihung ist es, noch mehr Menschen zu ermutigen,
im Notfall zu helfen. Die einfache Botschaft lautet: Man kann nichts
falsch machen!“, so Prof. Heinzpeter Moecke, Leiter des Asklepios
Instituts für Notfallmedizin. Erste Preisträger sind jetzt Thorsten
Ulatowski und Tobias Howe. Die beiden Männer hatten ihren
Arbeitskollegen leblos im Auto vorgefunden und mithilfe einer
Herzdruckmassage solange am Leben erhalten, bis der Notarzt eintraf.
Die Feuerwehr hat den Geretteten dann in die Asklepios Klinik Altona
(Hamburg) gefahren, wo er nach einer intensivmedizinischen Behandlung
wieder voll genesen ist.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Deutschen
Reanimationsregisters pro Jahr etwa 5.000 erfolgreiche
Wiederbelebungen außerhalb von Kliniken. Einen großen Anteil daran
haben Laien, die noch vor Eintreffen des Notarztes eine
Herzdruckmassage durchführen. Bei insgesamt 75.000 zu reanimierenden
Fällen in Deutschland ist die Zahl der Geretteten aus Sicht der
Mediziner aber noch viel zu niedrig. Sie ließe sich durch häufigeres
beherztes Eingreifen deutlich erhöhen, auf 10.000 oder sogar 15.000.
„Noch immer wissen viele nicht, was im Notfall zu tun ist, oder sie
scheuen sich, Gelerntes anzuwenden“, sagt Prof. Gunter Nils Schmidt,
Notfallmediziner und Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie und
Intensivmedizin der Asklepios Klinik Altona. Der plötzliche Herztod
zählt zu den drei häufigsten Todesursachen in Deutschland. „Schon
nach drei Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen – und damit ohne eine
Sauerstoffversorgung – kann es zu bleibenden Schäden im Gehirn
kommen“, so Prof. Schmidt. „Eine sofortige Herzdruckmassage erhöht
die Überlebenschancen um das Zwei- bis Dreifache.“ Das betont auch
Thorsten Grams, Pressesprecher der Hamburger Feuerwehr: „Im
präklinischen Bereich sind die Maßnahmen der Ersten Hilfe von größter
Wichtigkeit und können gar nicht früh genug gelehrt werden. So hat
die Feuerwehr Hamburg allein in 2014 mehr als 2300 3./4. Klässler zu
Junior Ersthelfern gemacht. Gerade in der besonderen Situation der
Reanimation zählt jede Sekunde bis zum Eintreffen des
Rettungsdienstes. Die Laienreanimation ist die beste Basis für eine
erfolgreiche, mit einer guten Prognose versehene, weiterführende
Reanimation durch den Rettungsdienst.“

Jeder kann Leben retten

Es kann immer und überall passieren: Ein Mensch liegt leblos auf
dem Boden, atmet nicht mehr, kein Puls zu fühlen. Mediziner sprechen
dann von einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Hier gilt es, keine Zeit zu
verlieren und sofort zu handeln, und zwar mit einer Herzdruckmassage,
am besten im Rhythmus des Songs „Stayin– Alive“ der Bee Gees – und
dann solange durchführen, bis der Rettungsdienst oder der Notarzt
kommt. Was kaum bekannt ist: 70 Prozent aller Betroffenen werden in
häuslicher Umgebung wiederbelebt, und nahezu 40 Prozent der Patienten
sind jünger als 65 Jahre. Fast immer sind es daher zunächst
medizinische Laien, die erste Hilfe leisten. Und es sind immer mehr,
die sich zutrauen, eine Herzdruckmassage durchzuführen. 31 Prozent
waren es laut Reanimationsregister in 2014. Zum Vergleich: In den
Jahren davor lag die Quote im Mittel noch bei 20 Prozent. „Das ist
zwar ein deutlicher Fortschritt, aber bei Weitem nicht genug“, sagt
Professor Moecke vom Asklepios Institut für Notfallmedizin. Er
verweist auf Studien und Statistiken aus unseren Nachbarländern, in
denen die Bürger dank früher und häufiger Wiederbelebungsschulungen
und wiederholtem Training viel häufiger Menschenleben retten. Die
Spitzenplätze in Europa nehmen die Niederlande und Schweden mit
Quoten von 70 und 60 Prozent ein. Auch die Dänen, Norweger und
Tschechen sind deutlich eher als Deutsche bereit, eine lebensrettende
Herzdruckmassage durchzuführen. „Umso wichtiger ist es, hierzulande
für Aufmerksamkeit beim Thema Leben retten durch Herdruckmassage zu
sorgen“, sagt Prof. Moecke. „Der Asklepios Lebensretter-Preis soll
genau dazu dienen.“ Die Asklepios Klinikgruppe, die bundesweit 140
Einrichtungen betreibt und mit ihren 45.000 Mitarbeitern pro Jahr
mehr als zwei Millionen Patienten versorgt, wird künftig auch an
anderen Standorten einen Lebensretter-Preis ausloben, um
vorbildliches Handeln zu belohnen.

Foto (v.l.n.r.): Kai Völzke (Geretteter), Tobias Howe (Retter &
Preisträger), Prof. Gunter Nils Schmidt, (Chefarzt Anästhesiologie
und Intensivmedizin der Asklepios Klinik Altona), Thorsten Ulatowski
(Retter & Preisträger) sowie Dr. Christoph Mahnke (Geschäftsführer
der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH). Quelle: Asklepios.

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