„2016 beginnt nicht gut für die Altenpflege“ – bpa zur heutigen Kabinettsentscheidung zum Pflegeberufsgesetz

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Zur heutigen Entscheidung des Bundeskabinetts zum
Pflegeberufegesetz erklärt bpa-Präsident, Bernd Meurer: „Was sich
bereits bei der kurzfristig anberaumten Anhörung zum
Pflegeberufegesetz Mitte Dezember angekündigt hatte, ist mit dem
heutigen Kabinettsentscheid Gewissheit geworden. Die berechtigten
Einwände der Berufsverbände der Altenpflege und deren Einrichtungen,
der Kinderkrankenpflege, der Ärzte und Beschäftigtenvertreter gegen
den Reformunsinn werden nicht berücksichtigt. Damit beginnt das Jahr
2016 nicht gut für die Altenpflege.

Auch der weihnachtliche Frieden hat zu keinem Erkenntnisgewinn in
der Bundesregierung beigetragen. Das ist umso ärgerlicher, als die
Front der Gegner tagtäglich zunimmt. Über 30 größtenteils bundesweit
agierende Verbände lehnen die Pläne der Generalistik grundlegend ab.
Immer mehr Persönlichkeiten und Verbände (u.a. der Präsident der
Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery oder die Deutsche
Krankenhausgesellschaft) befassen sich glücklicherweise mit dem
Gesetzentwurf und können bei so viel Sturheit auf Seiten der
Generalistik-Befürworter nur den Kopf schütteln.

Zuletzt haben sich auch die Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)
gegen diese fatale Entscheidung gestellt. Bei der BDA heißt es: –die
Reform der Pflegeausbildung muss mit Augenmaß erfolgen und darf nicht
dazu führen, dass der bereits bestehende Fachkräftemangel in der
Altenpflege noch weiter verstärkt wird. Mit dem Pflegeberufsgesetz
drohen negative Folgen für die gesellschaftlich immer wichtigere
Altenpflege, wenn nicht noch deutlich nachgebessert wird. Es ist
falsch, einen unausgegorenen Entwurf mit derart weitreichenden
Konsequenzen für die Pflege ohne jede Not durch das
Gesetzgebungsverfahren zu peitschen.– Und die stellvertretende
DGB-Vorsitzende Annelie Buntenbach hat vollkommen recht, wenn sie
betont: –Der Ansatz einer generalisierten Ausbildung vernachlässigt
die sehr komplexen Anforderungen der einzelnen Pflegerichtungen,
beispielsweise die Unterschiede zwischen Langzeit- und Akutpflege
oder zwischen medizinisch orientierter Pflege und
geronto-psychiatrischer Pflege. Kompetenzen einzuebnen macht
Pflegeberufe nicht attraktiver – im Gegenteil: Das führt zu einer
Schmalspurausbildung, die die Berufsfähigkeit nach Abschluss der
Ausbildung gefährdet.–

Auch die BDA und der DGB stellen sich damit hinter die schon seit
Jahren geäußerte Kritik des bpa und zahlreicher anderer Verbände.

Der Gesetzentwurf sorgt für mehr Breite, aber viel weniger Tiefe
in der Ausbildung. Wir rechnen damit, dass zehntausende
Ausbildungsplätze verloren gehen, weil es gerade für kleinere und
mittlere Einrichtungen viel zu teuer und viel zu bürokratisch wird,
junge Menschen auszubilden. Zudem werden die Auszubildenden nach
Abzug von Urlaub und anderen Fehlzeiten nur noch 20 Wochen in drei
Jahren im Ausbildungsbetrieb sein. Das ist keine Ausbildung, das ist
ein verlängertes Schnupper-Praktikum.

Wir sind nun auf die angekündigten Eckpunkte der das Gesetz
begleitenden Verordnung gespannt, in der die Ausbildungsinhalte
geregelt werden sollen. Aber auch das kann kein großer Wurf werden,
denn die Ausbildungsinhalte aus neun Jahren müssen in drei Jahre
zusammengepresst werden.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa
21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer, Tel.:
030/30 87 88 60

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