„37°: Wir gehören zusammen!“ / ZDF-Dokumentation über das Leben mit einem behinderten Bruder (FOTO)

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Geschwister von behinderten Kindern tragen oft eine große Last.
Sie fühlen sich überfordert oder gar vernachlässigt. Die
„37°“-Dokumentation „Wir gehören zusammen!“, die am Dienstag, 30.
Juni 2015, 22.15 Uhr, im ZDF zu sehen ist, erzählt vom Leben mit
behinderten Geschwistern. Wie beeinflussen sie den Alltag und die
Entwicklung der gesunden Geschwister? Und wie finden diese einen
Platz im Leben und in der Familie?

Wenn ihre Mutter nicht kann, macht Selin ihrem Zwillingsbruder
Yunus Frühstück. „Wenn er das Brot auf die Katzen schmeißt oder
dauernd schreit, das nervt“, sagt Selin. Yunus kam mit dem
Down-Syndrom zur Welt, bis heute hat er nicht gelernt, zu sprechen.
Eigentlich liebe sie ihren Zwillingsbruder, aber es sei so schwer,
immer Rücksicht nehmen zu müssen, sagt die Neunjährige. Der
behinderte Bruder sei anstrengend und mache anderen Kindern Angst.
Deshalb will keine Freundin mehr zu Besuch kommen. In der Schule ist
Selin längst zur Außenseiterin geworden. Zu Hause bekommt sie auch
nicht das, was sie sucht, denn Yunus brauche einfach mehr Zuwendung
und Streicheleinheiten als die gesunde Tochter, findet die Mutter.
Für die alleinerziehende Sozialarbeiterin ist es ein Drahtseilakt:
„Selin ist oft sehr verständnisvoll und kümmert sich fast wie eine
Mutter – sie will mir wohl was abnehmen. Dann wieder flippt sie aus
und schmeißt ihn aus ihrem Zimmer.“ Nun will sich die Mutter darum
kümmern, für Selin eine neue Schule zu finden, in der es ihr besser
geht.

Der 16-jährige Rasmus sagt über seinen behinderten Bruder Pelle:
„Er zeigt mir, dass man glücklich sein kann, auch wenn man Probleme
hat.“ Während der Geburt des heute 13-jährigen Pelle kam es zu einem
Sauerstoffmangel. Der Junge kann nicht sprechen, er sitzt im
Rollstuhl und braucht viel Unterstützung. Mutter Kerrin sieht, dass
Pelle für seine Geschwister eine große Herausforderung ist. Sie
müssten viel mit sich selbst ausmachen, und ohne ihre Selbstdisziplin
würde das Familienleben nicht funktionieren. Pelles jüngere Schwester
Smilla hat das Schwimmen für sich entdeckt. „Im Wasser vergesse ich
alles. Wenn man einen behinderten Bruder hat, braucht man auch
Ablenkung.“

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