4. April – UN Landminentag: Kinder nach Minenunfällen meist zur Armut verdammt

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Fast die Hälfte aller Opfer von Unfällen mit
Landminen und Blindgängern sind Kinder. Auf diese bestürzende
Tatsache macht Handicap International aus Anlass des 4. April (UN-Tag
für die Aufklärung über die Minengefahr) aufmerksam. Etwa ein Drittel
dieser Kinder überleben den Unfall nicht. Diejenigen, die ihn schwer
verletzt überstehen, können danach oft nicht mehr zur Schule gehen,
wodurch das Armutsrisiko steigt. Handicap International appelliert an
die Geberstaaten, personelle und finanzielle Mittel bereitzustellen,
um den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten für alle Menschen zu
gewährleisten. Die Hilfsorganisation betreibt in 26 Ländern Projekte,
die der Inklusion von Kindern mit Behinderung dienen, und außerdem
weitere Projekte zur Unterstützung der von Minen und Blindgängern
betroffenen Menschen.

Laut dem letzten Landminenmonitor Ende 2014, dem jährlichen
Bericht der internationalen Kampagnen für ein Verbot von Landminen
und Streubomben, waren 2013 46 % aller zivilen Unfallopfer Kinder
(sofern ihr Alter ermittelt werden konnte), ein Anstieg von 7 %
gegenüber 2012. So wurden mindestens 1.112 Kinder Opfer von Minen und
explosiven Kriegsresten; 333 Kinder starben, 779 wurden verletzt. Der
Anstieg ist vor allem auf die steigenden Unfallzahlen in Afghanistan,
Syrien und im Süd Sudan zurückzuführen.

Von Bildung ausgeschlossen – zur Armut verdammt

Laut UNICEF kann die Mehrheit aller Kinder mit Behinderung nicht
einmal die Grundschule beenden. In vielen Ländern kehren Kinder nach
einem Unfall mit Minen oder explosiven Kriegsresten nicht in die
Schule zurück. Oft können es sich die Familien aufgrund der hohen
Kosten für die medizinische Versorgung nach dem Unfall nicht leisten,
ihr Kind wieder zur Schule zu schicken, oder die lange Zeit der
Rekonvaleszenz erschwert den Kindern die Rückkehr dorthin. Andere
Hindernisse sind der weite Weg zur Schule, die Unzugänglichkeit der
Klassenzimmer oder die fehlende Qualifizierung des Lehrpersonals –
Gründe, die auch anderen Kindern mit Behinderung den Schulbesuch
erschweren und oft unmöglich machen.

Die Vertragsstaaten der Konventionen über ein Verbot von Landminen
und Streubomben sind offiziell zur Unterstützung der Überlebenden von
Unfällen mit diesen Waffen verpflichtet. Im Fall von Kindern müssen
die Maßnahmen dazu auf das körperliche Wachstum ausgerichtet sein,
z.B. Prothesen regelmäßig der Größe des Kindes angepasst und erneuert
werden. Gleichzeitig sollte auch der Zugang zu Schulen sichergestellt
werden.

Fotos und Geschichten betroffener Kinder:
www.handicap-international.de/presse

Pressekontakt:
Information:
Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
089/54 76 06 13, 0176/99 28 41 35, www.handicap-international.de

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