Afghanistan: Caritas warnt vor den Risiken zwangsweiser Rückführungen

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Sicherheitslage extrem fragil – Zahl der zivilen
Opfer auf Rekordniveau

Angesichts der Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan
warnt der Deutsche Caritasverband davor, die zwangsweise Rückführung
von Afghanen seitens der Bundesregierung voranzutreiben. „Afghanistan
ist ein Land mit extrem fragiler Sicherheitslage. Von Monat zu Monat
steigt die Zahl der toten und verletzten Zivilisten auf ein neues
Rekordniveau. Eine Ausweitung der zwangsweisen Rückführung von
abgelehnten Asylbewerbern ist aus unserer Sicht deshalb derzeit nicht
zu verantworten“, warnt Peter Neher, Präsident des Deutschen
Caritasverbandes.

Laut neuestem Bericht der Vereinten Nationen starben in
Afghanistan in den ersten drei Monaten 600 Menschen, 1343 wurden
verletzt. Die Zahl der zivilen Opfer hat damit ein neues Rekordniveau
erreicht. Parallel zu der Verschlechterung der Sicherheitslage steigt
die Zahl der Asyl suchenden Afghanen in Deutschland. Im vergangenen
Jahr registrierten die Behörden rund 150.000 Afghanen als
Asylsuchende. Die bereinigte Anerkennungsquote für das Jahr 2015 lag
bei knapp 78 Prozent. Nach Pakistan sind bislang 1,5 Millionen
Afghanen geflohen, rund eine Million halten sich im Iran auf. Durch
ein Diskussionspapier war unlängst bekannt geworden, dass die EU
erwägt, 80.000 afghanische Flüchtlinge abzuschieben und der Regierung
in Kabul mit Kürzung der Entwicklungshilfe zu drohen, um sie zur
Aufnahme der Abzuschiebenden zu bewegen.

Der Deutsche Caritasverband setzt sich mit anderen staatlichen und
zivilgesellschaftlichen Akteuren dafür ein, in Afghanistan durch
geeignete Maßnahmen darauf hinzuwirken, dass weniger Afghanen das
Land verlassen müssen. Caritas international, das Hilfswerk des
Deutschen Caritasverbandes, engagiert sich seit den 80er Jahren in
Afghanistan. Im Kabuler Büro sind zwei deutsche und bis zu 13
afghanische Mitarbeiter beschäftigt. Caritas international fördert in
Afghanistan zahlreiche Projekte lokaler Partner und hat unter anderem
Krankenhäuser, Schulen und Straßen gebaut. Schwerpunkte der aktuellen
Arbeit sind die Nothilfe in Dürregebieten des zentralen Hochlandes
sowie die Behandlung von Drogensucht.

Spenden mit Stichwort „Afghanistan“ werden erbeten auf:

Caritas international, Freiburg,
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02,
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe,
BIC: BFSWDE33KRL oder online unter: www.caritas-international.de

– Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl.
üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international
4,83 EUR)

– Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02,
Evangelische Bank eG,
BIC GENODEF1EK1
oder online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

– Charity SMS: SMS mit NOT an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl.
üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Diakonie
Katastrophenhilfe 4,83 EUR)

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und
gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit mehr als 160
Mitgliedsverbänden.

Pressekontakt:
Hrsg.: Deutscher Caritasverband,
Caritas international,
Öffentlichkeitsarbeit,
Karlstr. 40,
79104 Freiburg.
Telefon 0761 / 200-0.
Michael Brücker (verantwortlich, Durchwahl -293),
Achim Reinke (Durchwahl -515)
www.caritas-international.de

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