Aktuelle Arbeitnehmer-Umfrage: Wenn der Chef nicht richtig hinschaut – so korruptionsgefährdet sind deutsche Unternehmen

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– Über 80 % der Arbeitnehmer riskieren Kartellrechtsverstöße
– Knapp jeder 3. Beschäftigte sieht Betriebsinterna gefährdet
– Vor allem die Finanzbranche als korrupt eingestuft
– Kampf gegen Wirtschaftskriminalität: 63 % der Arbeitnehmer sind
bereit, E-Mails mitlesen zu lassen

Deutsche Arbeitnehmer manövrieren sich im Berufsalltag oft aus
Unwissenheit in strafrechtlich bedenkliche Situationen. 82 Prozent
der Beschäftigten tauschen sich mit Freunden oder anderen
Arbeitnehmern, die in der gleichen Branche tätig sind, über Preise
und Marktverhältnisse aus. Mehr als jeder Dritte tut dies sogar
häufig. Nur knapp drei Prozent der Beschäftigten sind sich überhaupt
bewusst, dass dies eine Straftat darstellen und rechtliche
Konsequenzen nach sich ziehen kann. Das erschreckende Ergebnis ist
das Fazit einer Studie unter 1.000 deutschen Arbeitnehmern zum Thema
Wirtschaftskriminalität von Recommind, einem führenden Anbieter von
E-Discovery-Lösungen und intelligenter Suchmaschinentechnologie.

Jeder Dritte hält eigenen Arbeitgeber für korruptionsgefährdet

Darüber hinaus wurden die Arbeitnehmer befragt, für wie
korruptionsgefährdet sie ihren Arbeitgeber halten. Besonders hoch
stufen sie das Risiko ein, dass interne und vertrauliche
Informationen weitergegeben werden. Dies sagen 28 Prozent. Mehr als
jeder Fünfte meint (22 Prozent), die Gefahr sei hoch, dass sich
Kollegen durch Geschenke oder Gefälligkeiten bei der Auftragsvergabe
beeinflussen lassen. Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer
weiteren von Recommind in Auftrag gegebenen Arbeitnehmer-Studie aus
dem Januar. So würde jeder vierte Beschäftigte völlig bedenkenlos
Geschenken von Kunden, Lieferanten oder anderen Geschäftspartnern am
Arbeitsplatz annehmen. Immerhin 20 Prozent sahen eine Schmerzgrenze
bei einem Geschenkwert von 30 Euro.

Datenschutz für Arbeitnehmer zweitrangig

Wie hoch jedoch die Diskrepanz zwischen dem eigenen tatsächlichen
Verhalten und Risikoeinschätzung ist, zeigt folgendes Ergebnis der
aktuellen Studie: So tauscht sich zwar jeder dritte Arbeitnehmer ohne
Führungsverantwortung und sogar 40 Prozent der Führungskräfte
regelmäßig mit anderen über Preise und Marktverhältnisse aus, dennoch
sehen nur 17 Prozent aller Befragten die Gefahr, dass ihre Kollegen
es ihnen gleichtun. Wenn es darum geht, Korruption, Betrug und
Vorteilsnahme zu bekämpfen, zeigt sich die deutliche Mehrheit aller
Befragten allerdings auch kooperationsbereit. Zwar sind deutsche
Arbeitnehmer dafür bekannt, mit Argusaugen auf den Datenschutz zu
schielen, dennoch ist mehr als jeder zweite (61 Prozent) ohne
Führungsverantwortung einverstanden, seine beruflichen E-Mails
durchleuchten zu lassen, wenn auf diese Weise Straftaten vereitelt
werden können. Die befragten Führungskräfte zeigen sich sogar noch
kooperativer (73 Prozent). Die Hälfte aller Befragten ist zu diesem
Schritt jedoch nur bereit, wenn ein konkreter Verdachtsfall vorliegt.
Hingegen wollen 37 Prozent aller Beschäftigten laut eigener Aussage
nicht unter Generalverdacht stehen und sperren sich gegen eine
völlige Transparenz ihres elektronischen Schriftverkehrs.

„Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Gefährdung, nicht nur
deutscher Arbeitnehmer, sondern vor allem ihrer Arbeitgeber, die
rechtlich den Kopf hinhalten müssen“, erklärt Hartwig Laute,
Geschäftsführer der Recommind GmbH. „Aus Erfahrung wissen wir, dass
Beschäftigte sich oft aus Unwissenheit falsch verhalten und gegen
gesetzliche oder auch interne Richtlinien, wie etwa Compliance,
verstoßen. Kommen Chefs ihrer Kontrollpflicht nicht nach oder spielen
sie selbst eine aktive Rolle bei Compliance-Verstößen, riskieren sie,
für Forderungen von Unternehmen, Behörden und Wettbewerbern
persönlich zu haften. Und je nach Schwere des Vergehens können
Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen in die Millionenhöhe
gehen. Auch Manager-Haftpflichtversicherungen sind kein
Allheilmittel. Denn diese greifen bei wissentlichem Verhalten gar
nicht. Darüber hinaus sollten Unternehmen den immensen Reputations-
und Vertrauensverlust gegenüber Verbrauchern nicht vergessen, der
etwa bei Bekanntmachung von Preisabsprachen entstehen kann. Denn ein
geschädigter Ruf kann oft nur mühsam und teuer wieder aufgebaut
werden.“

Auch die Sensibilität der Öffentlichkeit für Compliance-Fragen ist
durch eine Vielzahl prominenter Fälle geschärft worden, in denen
namhafte Unternehmen durch Regelverstöße von sich Reden machten: etwa
im Bereich des Kartellrechts in Form von Preis- oder Zinsabsprachen
oder durch Korruptionsfälle bei der Vergabe von Großaufträgen. Als
besonders korruptionsgefährdet stufen die Befragten vor allem den
Finanzsektor (Banken und Versicherungen), gefolgt von der
Mineralölbranche (Öl und Benzin) und der Rüstungsindustrie ein. Auf
den Plätzen vier bis sechs folgen die Pharma-, die Energiebranche und
deutsche Behörden. Vertrauen bei den Befragten genießen hingegen vor
allem die Hotelbranche, die Metallindustrie sowie der Maschinen- und
Anlagenbau.

Über Recommind

Recommind ist einer der weltweit führenden Anbieter von
E-Discovery-Lösungen und intelligenter Suchmaschinentechnologie.
Neben Behörden und Großkanzleien setzen vor allem im
deutschsprachigen Raum auch Medien- und Pharmaunternehmen,
Automobilkonzerne und -zulieferer, Versicherungsgesellschaften und
Forschungsinstitute Produkte von Recommind ein. Recomminds Lösung für
E-Discovery-Prozesse werden insbesondere in kartellrechtlichen
Untersuchungen, Compliance-Checks, sowie internen Audits, Revisionen
und Analysen eingesetzt. Seit der Gründung im Jahr 2000 findet die
gesamte Kernentwicklung und Programmierung in der weltweit größten
Niederlassung von Recommind in Rheinbach bei Bonn statt. Weitere
Standorte sind London, New York, San Francisco, Boston und Sydney.
http://www.recommind.de

Pressekontakt:
Carolin Nillert
Oseon
Telefon: +49 (0)69-25 73 80 22-16
E-Mail: carolin@oseon.com

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