Aktuellster Prozesserfolg von Ciper & Coll., den Anwälten für Medizinrecht, vor dem Landgericht Offenburg:

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Ärztliche Kunstfehler haben oft erhebliche Konsequenzen für die Betroffenen. Da Haftpflichtversicherer der Ärzte und Krankenhäuser aussergerichtliche Regulierungen in den meisten Fällen verweigern, ist der Patient sodann gezwungen, gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Was Versicherungen im Vorfeld vielfach als „schicksalhaftes Geschehen“ abgetan hatten, stellt sich vor Gericht in vielen Fällen als eine Fehlbehandlung dar, die für den geschädigten Patienten zu Schadenersatz und Schmerzensgeld führt. Dr. Dirk C.Ciper LLM, Fachanwalt für Medizinrecht, stellt im nachfolgenden einen aktuellen Prozesserfolg der Anwaltskanzlei Ciper & Coll. vor. Der Kanzleihomepage www.ciper.de sind im übrigen mehrere hunderte weitere Prozesserfolge zu entnehmen:

Landgericht Offenburg – vom 20. Juli 2015
Medizinrecht – Arzthaftungsrecht – Behandlungsfehler:
Organisationsverschulden; Verspätete Lungenkarzinomdiagnose, LG Offenburg, Az.: 3 O 230/14

Chronologie:
Die Erblasserin stellt sich Ende 2012 bei der Beklagten zu 1) wegen einer starken Erkältung, Atembeschwerden, Hals- und Gliederschmerzen vor. Diese diagnostizierte eine Erkältung und verschrieb Antibiotika. Einige Monate später litt die Patientin unter extrem starker Atemnot und Schmerzen im linken Rippenbogen. Sie begab sich in die Klinik der Beklagten zu 2), die keine hinreichende Diagnostik betrieb. Am Folgetag wurde seitens der Beklagten zu 2) ein Telefax an die Beklagte zu 1) versandt, die den eindeutigen Hinweis auf Lungenmetastasen enthielt. Dieser Bericht wurde der Patientin weder vorgelegt, noch wurde sie hierüber informiert. Zwei Monate später erfolgte sodann die Diagnose: Lungenkarzinom im linken Lungenflügel im fortgeschrittenen Stadium mit Metastasenbildung im Rippenfell, nicht heilbar, an deren Folgen die Patientin verstarb.

Verfahren:
Das Landgericht Offenburg hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das im Ergebnis von einem Organisationsverschulden zwischen der Beklagten zu 1) und 2) ausgeht. Aufgrund des Gutachtens hat das Gericht den Parteien einen Vergleich vorgeschlagen. Den Streitwert legte das Gericht im fünfstelligen Eurobereich fest.

Anmerkungen von Ciper & Coll.:
Auch wenn gravierende ärztliche Versäumnisse klar zu erkennen sind und konstatiert werden, so ist dennoch erforderlich, dass der Gesundheitsschaden, hier der Tod der Patientin, auf diese Fehlerhaftigkeit zurückgeführt werden kann, damit der Patient zum Erfolg kommt. Kann dieses jedoch völlig ausgeschlossen werden, hat sich der Fehler nicht ausgewirkt und der Patient verliert den Prozess. In der Praxis werden in Fällen, in denen sich Zweifel nicht eindeutig aufklären lassen, von Gerichten gerne Vergleiche vorgeschlagen, so wie vorliegend, stellt die sachbearbeitende Rechtsanwältin Irene Rist, Fachanwältin für Medizinrecht fest.

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