Alleinerziehende in Armut: Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Reform des Unterhaltsvorschusses

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Umfassende Maßnahmen zur besseren Unterstützung und
materiellen Absicherung Alleinerziehender und ihrer Kinder fordert
der Paritätische Wohlfahrtsverband anlässlich einer aktuellen Studie
der Bertelsmann-Stiftung zur wachsenden Armut Alleinerziehender.
Notwendig seien eine grundlegende Reform des Unterhaltsvorschusses,
gezielte Angebote für Alleinerziehende zur Qualifizierung,
Beschäftigungsförderung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
so der Verband.

„Ein Kind alleine großzuziehen gehört nach wie vor zu den größten
Armutsrisiken in Deutschland und zwar unabhängig vom Wohnort und dem
konkreten wirtschaftlichen Umfeld. Die Armutsquote Alleinerziehender
und ihrer Kinder steigt seit Jahren an und liegt bei mittlerweile 42
Prozent und das, obwohl die Mehrheit der Alleinerziehenden durchaus
erwerbstätig ist“, erklärt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des
Paritätischen Gesamtverbandes. „Es ist höchste Zeit, gerade für diese
Familien mehr zu tun, den betroffenen Kindern und ihre Eltern aus der
Armut zu helfen und ihnen eine Perspektive zu geben“, fordert
Schneider. Zentraler Hebel sei eine Reform des Unterhaltsvorschusses,
der beantragt werden könne, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil
nachweislich nicht für den Unterhalt aufkomme. In der Praxis gehe
dieser im Moment weitgehend an den Lebensrealitäten Alleinerziehender
vorbei. Nach der Bertelsmann-Studie erhielten aktuell 50 Prozent der
Kinder Alleinerziehender überhaupt keinen Unterhalt.

Der Paritätische begrüßt die Erklärung von
Bundesfamilienministerin Schwesig, eine Reform des
Unterhaltsvorschusses vorantreiben zu wollen. Der Verband spricht
sich dafür aus, den Unterhaltsvorschuss sowohl in der Leistungshöhe
als auch bezüglich der Bezugsdauer zu überprüfen und entsprechend
anzupassen. „Die aktuellen Regelungen sind nicht zeitgemäß. Es ist
lebenspraktisch weder nachvollziehbar noch zielführend, wenn der
Unterhaltsvorschuss nur für maximal sechs Jahre und nur bis zum
zwölften Lebensjahr gezahlt wird“, so Schneider. Darüber hinaus
bedürfe es dringend gezielter, maßgeschneiderter Angebote der
Beschäftigungsförderung für Alleinerziehende sowie passgenauer
Kinderbetreuungsangebote. „Gerade Alleinerziehende brauchen gute und
auskömmliche Arbeit und sie brauchen gute und flexible
Betreuungsangebote, um dieser Arbeit nachzugehen.“

Der Paritätische kündigt an, dass die Armut Alleinerziehender
eines der zentralen Themen auf dem anstehenden Armutskongress sein
wird, der am 7. und 8. Juli 2016 in Berlin stattfindet. Unter dem
Motto „ZEIT ZU(M) HANDELN“ sollen in Vorträgen, Fachforen und
Workshops Ursachen und Ausmaß von Armut in Deutschland analysiert,
die Lebenslage von Betroffenen beleuchtet und Lösungsstrategien zur
Armutsbekämpfung diskutiert werden. Infos zu Programm und Anmeldung
unter: www.armutskongress.de

Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, e-Mail: pr@paritaet.org

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