Allg. Zeitung Mainz: Auf Ampelkurs / Kommentar zu Koalitionsgesprächen von Markus Lachmann

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Ampeln haben, wenn sie leuchten, unterschiedliche
Phasen. Rot und Grün dauern ziemlich lange, Gelb flackert nur kurz
auf. Auf Malu Dreyer und ihre Mitstreiter warten schwierige
Verhandlungen: Die Genossen müssen dafür sorgen, dass sowohl Grün-
als auch Gelbphase lange genug sind, aber die Ampel insgesamt
harmonisch leuchtet. Dreyer trifft einerseits auf einen
angeschlagenen grünen Koalitionspartner, dessen bislang wichtigste
Personen sich selbst in Arbeitsgruppen verbannt haben. Sie verhandelt
mit einer selbstbewussten FDP, die Erfolge vorzeigen will, um die
Mitglieder vom Zusammengehen mit der einst verhassten Ökopartei zu
überzeugen. Die drei Parteien sind andererseits zur Zusammenarbeit
verdammt. Grüne und FDP wollen nicht neben einer rechten AfD in die
Opposition gehen. Und die SPD möchte nicht mit der
Julia-Klöckner-Partei koalieren. Folglich werden sich die künftigen
Ampel-Koalitionäre zusammenraufen. Den Grünen könnte man zwei
Ministerien anbieten. Die FDP braucht Prestigeprojekte, etwa eine
neue Rheinbrücke oder den durchgängigen Ausbau der B10.
FDP-Landeschef Volker Wissing dürfte ganz im Sinne der Bundespartei
handeln, wenn er die Liberalen für andere Bündnisse als Schwarz-Gelb
öffnet. Dass er Rot-Grün die vergangenen fünf Jahre heftig bekämpft
hat und die SPD wiederum die Liberalen lange Zeit verspottet hat,
spielt keine Rolle mehr. Der Wähler ist eben vergesslich. Oder doch
nicht? Man wird sehen. Die Ampel mag für viele die naheliegendste
Lösung sein. Sie bleibt ein Risiko für Grüne und FDP.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Wolfgang Bürkle
Newsmanager
Telefon: 06131/485890
online@vrm.de

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