Allg. Zeitung Mainz: Chance für den Ring / Kommentar zum Nürburgring-Verkauf

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Die Nürburgring-Fans in der Region werden sich nicht
freuen. Gestern wurde der Verkaufsprozess am Ring eingeleitet. Nach
allem, was man hört, werden die beiden Rennstrecken wohl
privatisiert. Darauf dürfte die EU-Kommission drängen, denn sie
vermutet illegale Beihilfen vom Staat und damitWettbewerbsverzerrung.
Wie sagte EU-Kommissar Günther Oettinger unlängst doch:“Unsere Mühlen
mahlen langsam, aber sie kommen in der Regel zum Ziel.“ Dass die
Mühlen so unerbittlich mahlen, daran trägt der frühere Mainzer
Regierungschef Kurt Beck eine gehörige Portion Mitverantwortung.
Dieser hat, anstatt für die Belange am Ring zu werben, die Kommission
beschimpft. Nach allem, was man aus Brüssel hört, gilt der Pfälzer
dort als rotes Tuch. Die Ängste in der Eifel sind verständlich:
Nichts fürchtet man mehr als den berüchtigten russischen Oligarchen,
der sich Grand-Prix-Strecke und Nordschleife einverleibt und daraus
sein Privatvergnügen macht. Andererseits muss auch an den
rheinland-pfälzischen Steuerzahler gedacht werden. Dieser hat, wegen
des Größenwahns einiger Planer und Missmanagements der Regierung,
bereits kräftig bluten müssen. Aus Sicht des Landeshaushalts ist der
Start des Verkaufs deshalb eine gute Nachricht. Nur wenn rasch Geld
in die Eifel gespült wird, hat der Ring insgesamt eine Chance. Und
wenn es die Landesregierung schafft, in Brüssel ein Gesetz genehmigt
zu bekommen, das weiter den öffentlichen Zugang gewährleistet, muss
niemandem angst und bange sein. Die Sanierer haben betont, dass der
Ring eine Zukunft hat. Es sieht nicht schlecht aus.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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