Allg. Zeitung Mainz: Eine Mahnung / Kommentar von Andreas Härtel zum Mord in England

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Was immer tatsächlich das Motiv des Attentäters war:
Der Mord an der britischen Labour-Politikerin Jo Cox könnte
weitreichende Folgen für die Brexit-Abstimmung haben – und ruft
allseits in Erinnerung, wie man sich in politischen
Auseinandersetzungen besser nicht verhält. Auf der Insel ist der
Streit um den Verbleib in der EU in den vergangenen Wochen mit immer
größerer Schärfe geführt worden. Politiker wie der frühere
Europaminister Denis MacShane berichten von einem ungeheuren Hass,
der Brexit-Gegnern entgegengeschlagen ist, von Drohungen und
Einschüchterungen. Die kurzfristige Unterbrechung des Wahlkampfs hat
dem Ganzen nun ein wenig die Schärfe genommen und allen Akteuren Zeit
gegeben, tief in sich zu gehen. Dennoch könnte die Tat die Spirale
des Hasses weiter antreiben. Denn ganz gleich, wie die Abstimmung am
kommenden Donnerstag ausgeht, wird die Frage über dem Ergebnis
schweben, welchen Einfluss der Mord darauf hatte. Das liefert jede
Menge Stoff für Verschwörungstheorien – mit womöglich weitreichenden
Folgen. Dem einen oder anderen mag das alles sehr fern erscheinen.
Aber so ist es leider nicht. Man hat sich auch hierzulande schon fast
daran gewöhnt, dass es wüste Drohungen gegen Politiker gibt, dass
Demonstranten Galgen mit sich führen, an denen sie Mitglieder der
Regierung baumeln sehen wollen. Vor diesem Hintergrund ist der Mord
von Nordengland auch für Deutschland eine Mahnung: Es wird höchste
Zeit für eine Abrüstung im politischen Diskurs. Es darf immer nur um
den Austausch von Argumenten gehen, bei gegenseitigem Respekt. Und
niemals um Hass.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de

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