Allg. Zeitung Mainz: Einvernehmen /Kommentar zu FDP-Plänen gegen Ärzte-Korruption

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Rechtsfreie Räume darf es in einem Rechtsstaat nicht
geben. Insofern ist die finstere Entschlossenheit des
Bundesgesundheitsminsters, künftig auch niedergelassene Ärzte zur
Verantwortung zu ziehen, wenn sie sich bestechen lassen, gut und
richtig. In einem Rechtsstaat gilt aber auch, dass jeder unschuldig
ist, bis ihm das Gegenteil bewiesen wird. Reicht es künftig, dass ein
Arzt besonders häufig ein bestimmtes Medikament verordnet, um ihn in
Verdacht geraten zu lassen, beim Hersteller die Hand aufzuhalten?
Reicht es, wenn der Herr Doktor seine Patienten immer zum gleichen
Krankengymnasten schickt, um anzunehmen, dass da Provisionen im Spiel
sind? Wer damit anfängt, gefährdet ein Gesundheitssystem, das
weltweit seinesgleichen sucht. Daniel Bahr, seines Zeichens nicht
nur Minister in Merkels Kabinett, sondern auch Hoffnungsträger der
FDP, sei dringend geraten, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten.
Denn das Thema, so verlockend es sein mag: Sich mit ihm im
bevorstehenden Wahlkampf als aufrechter Kämpfer gegen schmutzige
Hände zu profilieren birgt die Gefahr, Misstrauen dort zu säen, wo
Vertrauen schon der halbe Heilungserfolg ist, nämlich in der
Beziehung zwischen Arzt und Patient. Und deshalb darf hier mit
verstohlenem Blick auf den 22. September nicht mit der heißen Nadel
genäht werden. Vielmehr muss Einvernehmen hergestellt werden zwischen
Ärzteverbänden, Krankenkassen und der Politik, wie man die schwarze
Schafe unter den weißen Kitteln auch zielsicher findet. – Ohne
Denunziation, ohne überfallartige Kontrollen, ohne Überprüfung des
Lebenswandels.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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