Allg. Zeitung Mainz: Fader Beigeschmack / Kommentar von Anita Pleic zur AfD

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Kaum etwas schien in den vergangenen Wochen so
sicher wie der Einzug der AfD in den rheinland-pfälzischen Landtag.
Die Umfragewerte sind in den jüngsten Trends zwar etwas gesunken,
aber auch eine Woche vor der Landtagswahl sind sie für die Partei
weiter äußerst komfortabel. Man wird sich also spätestens ab der
ersten Landtagssitzung mit ihr auseinandersetzen müssen, ob man will
oder nicht. Und das nicht nur in Rheinland-Pfalz. Wie wichtig jede
Form der Aufklärung in dieser Hinsicht ist, sollte allen etablierten
Parteien spätestens mit der Diskussion um die in Rheinland-Pfalz und
Baden-Württemberg verteilten rassistischen Wahlwerbeblätter für die
AfD klar sein. Da hilft kein Ignorieren, Ausweichen und Totschweigen
mehr. Bei allem Beteuern der beiden Landesverbände, von den Inhalten
und der Publikation nichts gewusst zu haben, bleibt ein sehr fader
Beigeschmack. Denn wie glaubhaft ist es, wenn eine Parteispitze eine
Woche vor den Landtagswahlen nicht darüber informiert sein will, dass
in millionenfacher Auflage Wahlwerbung für sie betrieben wird?
Schließlich handelt es sich bei dem „Chefredakteur“ der umstrittenen
Wahlzeitung um ein AfD-Mitglied. Die beiden Spitzenkandidaten und
Landesvorstände hätten sich viel entschiedener von Herausgebern und
rassistischen Inhalten distanzieren müssen. Das ist in letzter
Konsequenz nicht geschehen. Schon gar nicht seitens der Bundesspitze
der AfD. Was dieses Blatt verbreitet ist aber in einer demokratischen
Gesellschaft in keinster Weise hinnehmbar.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Alexandra Maus
Newsmanagerin
Telefon: 06131/485980
amaus@vrm.de

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