Allg. Zeitung Mainz: Fakten statt Farce / Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Griechenland

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Eine Tragödie lässt Chancen offen für Lösungen und
dafür, dass die Beteiligten ihr Gesicht wahren. Bei einer Farce
dagegen wird es heikel. Vom Erhabenen zum Lächerlichen sei nur ein
Schritt, sagte Napoleon Bonaparte, als es ihm sehr schlecht ging. Die
Griechenland-Frage ist bereits, so steht zu befürchten, zur Farce
geworden. Wenn EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) verkündet,
er habe „die Faxen dicke“, dann ist das zwar ein bisschen
populistisch, spricht aber sehr vielen Bürgern aus der Seele –
wahrscheinlich auch vielen Griechen. Und es spiegelt die Fakten. Mag
sein, dass kein wirklich böser Wille der Tsipras-Regierung dahinter
steckt – wobei es schon leichte Züge des Unanständigen trägt, wenn
sich das Nato-Land Griechenland in Zeiten der Ukraine-Krise Putin an
den Hals werfen will. Mag auch sein, dass die Athener
Vorgänger-Regierungen die böse Saat zur faktischen Insolvenz des
Landes gelegt haben. Nur: Eine Lösung muss alsbald her. Die muss so
gestaltet sein, dass die EU nicht von Athen am Nasenring über den
Anger geführt wird, und vor allem: Sie muss bezahlbar sein. Bezahlbar
kann nicht länger bedeuten, dass weiterhin die Notenpresse brummt und
damit wie von selbst die Altersvorsorge von Millionen Rentnern zum
Teufel geht. Es muss mehr Wahrheit auf den Tisch: Kann ein
Schuldenmoratorium helfen, oder ein Schuldenschnitt? Wenn nicht,
müssen sich Griechenlands Tage im Euro dem Ende zuneigen. Symbolisch
und realpolitisch wäre das bitter – aber keinesfalls wäre es das Ende
der EU.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de

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