Allg. Zeitung Mainz: Heillosüberfordert / Kommentar zu Arbeitsmigranten von Ralf Heidenreich

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Arbeitsmigration hat in der Bundesrepublik eine
lange Geschichte, mit allerdings sehr unterschiedlichen Vorzeichen.
So wurden die Gastarbeiter der 1950er und 1960er Jahre in großem Stil
gezielt angeworben, weil im Wirtschaftswunderland Arbeitskräfte
fehlten. Heute diskutiert Deutschland über die
„Wirtschaftsflüchtlinge“, die bei uns das Paradies wähnen. Der
Ausdruck offenbart das ganze Dilemma: Wir verfügen über kein
entsprechendes Instrumentarium, um dem Ansturm auch nur ansatzweise
gerecht zu werden. Anstatt von vorneherein klar differenzieren zu
können, durchlaufen fast alle erst mal das Asylverfahren, das
natürlich dafür gar nicht konstruiert worden und deshalb heillos
überfordert ist. Ergebnis sind dann Titulierungen wie eben
„Wirtschaftsflüchtlinge“, auf die man verächtlich herabblickt, weil
sie ja doch nur Ärger machen und Geld kosten… Diese Sichtweise ist
nicht nur falsch, sondern auch dumm. Denn sie verkennt das enorme
Potenzial für die Wirtschaft, das in Arbeitsmigranten steckt. Handelt
es sich doch in vielen Fällen um gut ausgebildete Fachkräfte. Und
dass wir genau die in Zukunft dringend benötigen, um unsere
Wirtschaft und Sozialsysteme am Laufen halten zu können, wird niemand
bestreiten, der sich mit der Thematik beschäftigt. Wir brauchen
schleunigst ein praktikables Verfahren, um möglichst früh zwischen
Arbeitsmigranten und Flüchtlingen zu unterscheiden. Nur so können wir
auch verhindern, dass billige Arbeitskräfte aus dem Ausland
ungeregelt auf den Arbeitsmarkt drängen und im schlimmsten Fall
einheimische Beschäftigte verdrängen.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Alexandra Maus
Newsmanagerin
Telefon: 06131/485851
amaus@vrm.de

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