Allg. Zeitung Mainz: In der Hölle / Kommentar zum Flüchtlingslager Jarmuk

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Wenn der UN-Generalsekretär, üblicherweise der
Diplomatie verpflichtet, zu derart drastischen Worten greift („Im
syrischen Horror ist Jarmuk die tiefste Hölle“), müssen die Zustände
in dem palästinensischen Flüchtlingslager unbeschreiblich sein.
Treffen die spärlichen Informationen zu, die aus dem abgeriegelten
Gebiet nach außen dringen, gibt es dort kaum Lebensmittel und
Trinkwasser sowie Elektrizität oder Arzneimittel. Es droht eine
humanitäre Katastrophe epochalen Ausmaßes. Ohne Zweifel hat der
Vormarsch der Mörderbanden des Islamischen Staats das Leiden der
16_000 verbliebenen Flüchtlinge noch vergrößert. Alleinige Ursache
ist er nicht. Bis zum Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs lebten in
Jarmuk 150.000 Palästinenser. Ein betriebsames Viertel am Rande der
Hauptstadt Damaskus. Der Albtraum begann, als das syrische Regime
eine Blockade über das Lager verhängte, weil Regierungsgegner es
unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Syriens Herrscher Baschar
al-Assad trägt also ein gerüttelt Maß Schuld an der verheerenden Lage
in Jarmuk. Und nicht nur dort. Das Lager ist lediglich ein besonders
drastisches Beispiel für die Lage in Syrien. Das Land versinkt immer
tiefer im todbringenden Chaos. Im Kampf um Jarmuk setzt Assads Armee
ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung Fassbomben ein.
Berichte, der Diktator habe den Vormarsch des IS in Kauf genommen, um
die Gegner seines Regimes zu schwächen, werfen ein Licht auf die
Barbarei in diesem Bürgerkrieg. Und die Reaktion der internationalen
Gemeinschaft? Sie beschränkt sich auf Empörung und Ratlosigkeit.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de

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