Allg. Zeitung Mainz: Murmeltier-Route / Kommentar zur Südumfliegung von Markus Lachmann

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Totgesagte leben länger, heißt es so schön. Das gilt
auch für die Südumfliegung. Diese Startroute brachte Kommunen in
Hessen und Rheinland-Pfalz vor vier Jahren neuen Lärm. Sie wird als
Folge des Leipziger Urteils auf absehbare Zeit weitergeflogen. Das
ist für die Betroffenen bitter. Am Ende eines neuen Verfahrens in
Kassel könnte stehen, dass die sogenannte Nachtflugroute auch am Tag
genutzt wird. Das wiederum könnte zu einer Verschiebung von Lärm von
Osten nach Westen führen. Reicht dann die Kapazität nicht mehr aus,
könnte es erneut auf die Südumfliegung hinauslaufen. Dann grüßt das
Murmeltier. Die Richter des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel werden
sich die Mühe machen müssen, nach lärmärmeren Alternativen zur
Südumfliegung zu suchen. Das dürfte schwierig werden, denn die Route,
wie sie jetzt geflogen wird, war von 13 Varianten diejenige mit der
geringsten Lärmbetroffenheit. Genau das ist das Problem: Im
Ballungsraum Rhein-Main gibt es praktisch keine gering besiedelten
Gebiete. Wer Regionen Lärm wegnimmt, fügt anderen Lärm hinzu. Man
kann es drehen und wenden, wie man will: Für die klagenden Kommunen,
unterstützt auch von der rheinland-pfälzischen Landesregierung, ist
das Leipziger Urteil eine Niederlage. Da hilft kein Schönreden, auch
wenn die Richter bestätigt haben, dass die aktuelle Südumfliegung die
Vorgaben aus dem Frankfurter Flughafenausbau nicht umsetzen kann, das
heißt 126 Flüge pro Stunde. Positiv ist, dass Leipzig die Lärmaspekte
hervorgehoben hat. Das bleibt jedoch ein schwacher Trost für
diejenigen, die unter Fluglärm leiden.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Wolfgang Bürkle
Newsmanager
Telefon: 06131/485890
online@vrm.de

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