Allg. Zeitung Mainz: Recht auf Unvernunft / Kommentar zu Ekelbildern auf Zigarettenpackungen von Mario Thurnes

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Vor dem Tatort muss die ARD künftig Bilder von
Operationen zeigen, in denen Menschen Fett abgesaugt wird. So wird
vor den Gefahren des Genusses von Chips auf dem heimischen Sofa
gewarnt. Das ist natürlich ein Scherz. Aber wie jeder Scherz kommt
auch dieser nicht aus dem luftleeren Raum. Denn die Pointe greift das
Denkmuster der EU auf und wendet es aufs (noch) Nicht-Vorstellbare
an. Nun ließe sich einwenden, dass Rauchen der Gesundheit schadet und
fette Ernährung zu ungesundem Übergewicht führt. Alles richtig. Aber
dem gegenüber steht die Freiheit des Einzelnen, das Recht auf
Selbstbestimmung. Freiheit bedeutet nicht nur, sich vernünftig
verhalten zu dürfen – sondern auch das Recht auf Unvernunft. Der
europäische Bürger des jungen 21. Jahrhunderts ist streng limitiert:
Von den Erträgen seiner Arbeit etwa gibt er einen hohen Teil an
Steuern ab. Auf dem Weg zur Arbeit, egal ob im Auto oder der Bahn,
ist er immer häufiger videoüberwacht. Und selbst in die Frage, was er
mit seinem Müll anstellt, greift der Staat mit einem immer
ausführlicheren Regelwerk ein. Wenn einem dann in der Freizeit danach
ist, sich die Tüte Chips zu geben, das Bier zu trinken oder die Kippe
zu rauchen, dann sollte der Staat sich nicht auch noch darin
einmischen. Zumal die Akribie, mit der die Ekelbilder ausgesucht
werden, Fragen aufwirft: Hat eine EU-Verwaltung, die dafür Zeit hat,
zu viel Zeit? Und wenn sie nicht genug Zeit hat, sollte sie dann
nicht ihre Prioritäten überdenken? Etwa, in dem sie sich fragt, wie
sie dem Bürger dienen kann, statt ihn zu belehren.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Wolfgang Bürkle
Newsmanager
Telefon: 06131/485890
online@vrm.de

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