Allg. Zeitung Mainz: Reinhard Breidenbach zu EU/Merkel/Hollande: Jedem seine Rolle

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In der EU ist es manchmal wie im Kindergarten. Es
gibt, Rolle eins, böse Mädchen, die von den anderen scheel angeschaut
werden, weil sie manches schon wissen und können, wozu andere noch zu
klein sind. Es gibt, Rolle zwei, Schreihälse, die fürchterlich
nerven, in manchen Dingen aber gar nicht mal Unrecht haben. Und es
gibt, Rolle drei, die größeren Jungs, die furchtbar beleidigt sind,
wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen. Und dennoch sind
Kindergärten enorm wertvolle Einrichtungen, und meistens findet alles
ein gutes Ende. Um im Bild zu bleiben: Günther Oettinger nervt mit
seinem Pauschalrundumschlag. Ein loses Mundwerk, um nichts
Schlimmeres zu sagen, hatte er schon immer. Es ist zwar eine
Frechheit, öffentlich zu erklären, Frankreich sei „null vorbereitet“
auf das, was nötig ist. Aber im Kern stimmt es. Präsident Hollande
weiß das auch, aber Anwürfe aus Brüssel kann er auf der zu Recht
stolzen, aber sehr empfindlichen Grande Nation natürlich nicht sitzen
lassen. Hollande, das ist Rolle drei. Frankreich braucht dringend
Sozialreformen nach Vorbild von Schröders Agenda 2010, ein
gesetzliches Renteneintrittsalter von 60 ist absurd. Hollande lässt
auch schon Pläne entwerfen, aber seine eigenen Genossen, vor allem
die Gewerkschaften, werden ihm die Hölle heißmachen. Da hilft es dem
Präsidenten, wenn er gegen Brüssel austeilen kann. Und für Rolle
eins, da gibt es im Moment halt nur eine. Merkel ist gewillt und in
der Lage, das durchzuziehen. Davon profitieren derzeit alle. Eine
interessante Frage: Wie wird es, falls Merkel im Herbst ihren
Kanzler-Job verliert?

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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