Allg. Zeitung Mainz: SPD-Debakel / Kommentar zur Bremer SPD

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Dem äußerst bitteren Wahlabend für die SPD lässt
Jens Böhrnsen nun das komplette Desaster folgen. Der Rückzug des
Bremer Bürgermeisters stürzt die Sozialdemokratie an der Weser
vollends ins Chaos. Einen Kronprinzen gibt es nicht, denn der Schritt
des Wahlverlierers vom Sonntag hat die SPD völlig unvorbereitet
getroffen. Nun muss eine Notlösung her, und zwar rasch. Neben der
Aufarbeitung der Wahlschlappe stehen richtungweisende Entscheidungen
unmittelbar an. Zunächst über einen Koalitionspartner. Obwohl
Rot-Grün die Mehrheit hauchdünn behaupten konnte, ist die Fortsetzung
des Bündnisses keineswegs ausgemacht. Ohne Böhrnsen, der sich im
Wahlkampf auf eine Fortsetzung der Koalition mit den Grünen
festgelegt hatte, könnte sich die SPD in Bremen in Richtung Große
Koalition orientieren. Die Ermahnung der Grünen an die
Sozialdemokraten, ein „Weiter so“ könne es nach der gemeinsam
erlittenen Schlappe nicht geben, dürfte eine solche Entscheidung
mindestens nicht erschweren. Für ein Bündnis nach Berliner Muster
spräche zudem die solide Regierungsbasis einer breiten Mehrheit, um
der finanzpolitischen Misswirtschaft von annähernd siebzig Jahren
SPD-Regentschaft Herr zu werden. Mit welchem Partner auch immer – der
Neuanfang, den Böhrnsen jetzt freigegeben hat, wird für die SPD kein
leichter Weg. Nur dank der Popularität des präsidial regierenden
Bürgermeisters hat es die Partei am Sonntag soeben über die Ziellinie
geschafft. Die Erosion ihres Ansehens ist weit gravierender, als es
das schlechteste Wahlergebnis seit 1946 ausweist.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

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