Allg. Zeitung Mainz: Trauermantel ade / Kommentar von Jens Frederiksen zum Klima

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Vielleicht geht die Welt ja doch noch nicht unter.
Der Blick in den sommerlichen Garten jedenfalls sorgt für einigen
Trost. Seit sieben, acht Jahren ist da beispielsweise ein flink von
Blüte zu Blüte sirrender Geselle unterwegs, den Ahnungslose für eine
extra-kleine europäische Ausgabe des Kolibris halten. In Wahrheit ist
es kein Vogel, sondern ein Schmetterling: das Taubenschwänzchen. Den
Winzling gab es früher nicht: Er lässt sich – dem Klimawandel sei
dank – von der Wärme über die Alpen locken. Des einen Freud, des
anderen Leid. Bleiben wir ruhig noch einen Moment im hochlabilen
Kosmos der Schmetterlinge. Den Trauermantel etwa treiben die
aktuellen Wärmephasen tatsächlich nach Norden – er ist bei uns
praktisch verschwunden. Artensterben! schallt es uns in vielstimmigen
BUND-Gesängen entgegen. Gleichzeitig jedoch ist der streng geschützte
Segelfalter, eine wärmeliebende Mittelmeer-Art, bei uns plötzlich
wieder weit verbreitet. Und eine Rarität wie der ebenfalls auf milde
Luftströme angewiesene Brombeerperlmuttfalter wurde erstmals im
Mittelrheintal gesichtet. Unbestreitbar ist, dass sich das Klima
wandelt, ob nun menschenverschuldet oder nicht. Aber ehe wir noch
mehr Windräder in die Landschaft stellen – und hier geht ein schöner
Gruß an die Damen und Herrn von der Internationalen Energie-Agentur
IEA, die in London gerade mahnend vor die Weltöffentlichkeit getreten
ist: Wie wäre es, wir dämpften unsere Untergangsrhetorik und begännen
auch über Chancen des Wandels nachzudenken? Kann ja sein, dass nicht
nur der Brombeerperlmuttfalter von mehr Wärme profitiert.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Newsmanager
Telefon: 06131/485980
online@vrm.de

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