Allg. Zeitung Mainz: zum Atomdeal mit dem Iran / Argwohn

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Es könnte der segensreichste diplomatische Coup der
vergangenen 15 Jahre werden – oder das größte Desaster. Der Deal im
Atomstreit mit dem Iran bleibt noch längere Zeit eine tickende Bombe,
wenn er denn überhaupt in Kraft tritt. Der amerikanische Kongress
könnte ihn verhindern, was allerdings höchst unwahrscheinlich ist
angesichts der Möglichkeit Obamas, die Parlamentarier mit einem Veto
auf seine Linie zu zwingen. Der Präsident sieht in dem Abkommen seine
letzte Chance, als großer Außenpolitiker in die Geschichte einzugehen
und die Bilanz seiner beiden Amtszeiten aufzupolieren, die hinter –
allerdings enorm hohen – Erwartungen zurückblieben. Die Chancen
liegen klar zutage, die Risiken allerdings auch. Ein moderater Iran
könnte zu einem Stabilisierungsanker in einer explosiven Region
werden, auch wirtschaftlich zum eigenen Vorteil und natürlich zum
Vorteil des exportstarken Westens. Andererseits ist Teheran bislang
einer der wichtigsten Paten und Sponsoren des internationalen
Terrorismus. Hoffnungen zu hegen auf eine grundlegende iranische
Wende auf diesem Feld oder gar darauf, Teheran könnte zu einem
Verbündeten des Westens im Krieg gegen den „Islamischen Staat“ werden
– das erscheint derzeit verwegen. Allergrößte Aufmerksamkeit,
durchaus auch Argwohn ist angebracht, um zu sehen, ob sich Teheran
als vertragstreu erweist oder versucht, zu täuschen.
Unmissverständlich deutlich muss bei alledem stets bleiben, dass die
Sicherheit Israels für den Westen höchste Priorität behält. Dass das
Abkommen in Jerusalem nicht nur beim Hardliner Netanjahu schlimme
Befürchtungen auslöst, ist absolut nachvollziehbar.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Isabell Steinbach
Newsmanagerin
Telefon: 06131/485925
desk-zentral@vrm.de

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