Allg. Zeitung Mainz: Zumutung / Kommentar zum Bafög

Abgelegt unter: Innenpolitik |





Mehr Bildung, mehr Forschung, bessere Chancen im
Kampf um die besten Köpfe für den Standort Deutschland und den Erhalt
der Wettbewerbsfähigkeit des Landes – all das hat sich Ministerin
Johanna Wanka auf die Fahnen geschrieben. Leider steht da nichts von
einer dauerhaften Festigung des Bafög-Fundaments, auf dem Karrieren
von Ingenieuren, Ärzten und Computerspezialisten ihren Anfang nehmen.
Bafög-Erhöhungen soll es auch künftig nur hier und da geben und nicht
regelmäßig – zum Beispiel gekoppelt an die Preis- und
Einkommensentwicklung, wie vom Deutschen Studentenwerk vorgeschlagen.
Wanka lehnt das als formalisierte Anhebung ab, kann dabei aber nicht
nachvollziehbar erklären, warum sie dagegen ist. Ihre Erläuterung,
das werde „der Lebenssituation von Studierenden nicht gerecht“,
verdient als Antwort nur ein kurzes „Hä?“. Bildungschancen sollten
nicht der Kassenlage und der politischen Großwetterlage unterworfen
werden. Der momentan praktizierte Wechsel von Nullrunden und
Erhöhungen ist für die betroffenen jungen Leute eine Zumutung, da sie
nicht verlässlich planen können und der Nebenjob selbst in
Stresszeiten wie den oft langen Examensphasen nicht aufgegeben werden
kann. Auch Existenzminimum, Sozial- und Kindergeld werden regelmäßig
neu gerechnet und angepasst. Die Bezüge der Abgeordneten übrigens
auch. Das Mindeste, was Regierung und Parlament für Studenten aus
finanzschwächeren Familien deshalb tun sollten, ist eine
verlässliche, zeitnahe Bafög-Anpassung an die Preisentwicklung.
Schließlich ist es in beträchtlichem Umfang kein Geschenk, sondern
ein Staatsdarlehen, das zurückgezahlt wird.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral@vrm.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de