Amnesty-Menschenrechtspreis 2016 geht an Henri Tiphagne aus Indien (FOTO)

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Der indische Rechtsanwalt und Menschenrechtsverteidiger Henri
Tiphagne erhält für seinen Einsatz für die Menschenrechte den 8.
Menschenrechtspreis von Amnesty International in Deutschland. Die
festliche Verleihung findet am 25. April im Maxim-Gorki-Theater in
Berlin statt. „Henri Tiphagne setzt sich bereits seit Jahrzehnten
unermüdlich und mutig für die Menschenrechte ein. Seine Organisation
arbeitet unter anderem gegen Folter und Diskriminierung in Indien“,
begründet Amnesty International den Preis.

„Während Henri Tiphagne und seine Organisation People–s Watch sich
für die Rechte anderer einsetzen, werden sie selbst von Behörden
drangsaliert und in ihrer Arbeit behindert. Auch andere
zivilgesellschaftliche Organisationen in Indien sind davon betroffen.
Mit dem Preis will Amnesty daher auch ein starkes Zeichen der
Unterstützung an die indische Menschenrechtsbewegung senden“, ergänzt
Selmin Çaliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in
Deutschland.

Henri Tiphagne ist Gründer der Organisation People–s Watch, die in
Indien zu den bedeutendsten Menschenrechtsorganisationen zählt. Seit
mehr als 20 Jahren recherchiert und dokumentiert People–s Watch
Menschenrechtsverletzungen und vertritt Betroffene vor Gericht. Ein
weiterer Schwerpunkt ist der Bereich Menschenrechtsbildung: 1997
gründete Tiphagne ein Institut, das Fortbildungen für Lehrer
organisiert und Schulprogramme betreut, in denen über Menschenrechte
informiert wird. Bislang wurden etwa 500.000 Kinder in 18
Bundesstaaten erreicht.

In den vergangenen Jahren gerieten viele Organisationen unter
massiven Druck der indischen Regierung, darunter auch People–s Watch.
Seit 2012 wurden die Bankkonten der Organisation wiederholt
eingefroren. Mitarbeiter mussten entlassen und Programme eingestellt
werden. Die damals amtierende Regierung in Delhi nutzte für ihre
Schikane das Gesetz über Finanzierung aus dem Ausland. Eine Klage von
People–s Watch gegen das Vorgehen der Regierung ist anhängig. Auch
die derzeit amtierende Regierung von Premierminister Narendra Modi
instrumentalisiert dieses Gesetz für die eigenen politischen Zwecke.
Betroffen sind bekannte Nichtregierungsorganisationen, aber ebenso
Aktivisten und lokale Protestgruppen, die sich zum Beispiel gegen
rechtswidrige Zwangsräumungen für neue Projekte zum Kohleabbau
wenden.

Wenn sich Aktivisten und Organisationen angesichts dieser
Schikanen gezwungen sehen, ihre Arbeit einzuschränken, sind
Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit, aber auch die Versammlungs-
und Vereinigungsfreiheit in Gefahr.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Amnesty-Sektion
alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich
unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Ziel
des Preises ist es, das Engagement dieser Menschen zu würdigen, sie
zu unterstützen und ihre Arbeit in der deutschen Öffentlichkeit
bekannter zu machen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die von
der Stiftung Menschenrechte, Förderstiftung Amnesty bereitgestellt
werden. 2016 wird der Menschenrechtspreis zum achten Mal verliehen.
Bisherige Preisträger waren unter anderem: Monira Rahman aus
Bangladesch (2006), Women of Zimbabwe Arise aus Simbabwe (2008) sowie
Abel Barrera aus Mexiko (2011) und Alice Nkom aus Kamerun (2014).

Henri Tiphagne wird im April bereits einige Tage vor der
Preisverleihung in Deutschland sein und für Interviews zur Verfügung
stehen. Für weitere Informationen zu seiner Person und zur Situation
in Indien sowie Bildmaterial wenden Sie sich bitte an die
Pressestelle.

Pressekontakt:
Amnesty International
Pressestelle

Tel: +49 (0)30 / 420 248 -306
Fax: +49 (0)30 / 420 248 330
mailto:presse@amnesty.de

Zinnowitzer Straße 8
10115 Berlin

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