AOKs schreiben Generika in Höhe von 1,1 Milliarden Euro aus / „Arzneimittelverträge sind weiterhin effizientestes Kostendämpfungsmittel“

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Die AOK-Gemeinschaft hat jetzt im
Europäischen Amtsblatt die Ausschreibung der 17. Tranche der
bundesweiten Rabattverträge für Generika veröffentlicht. AOK XVII
umfasst demnach 58 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (59
Fachlose). Die Verträge lösen überwiegend die Kontrakte der Tranche
AOK XIII ab. Sie sollen am 1. Oktober 2016 starten und bis zum 30.
September 2018 laufen.

Die pharmazeutischen Unternehmen können bis zum 7. April 2016
Angebote für einzelne oder alle der acht regionalen Gebietslose
abgeben. „Bei der Auswahl unserer Vertragspartner geht es beileibe
nicht nur um den Preis, sondern insbesondere um eine sichere
Versorgung unserer Versicherten. Die Zuverlässigkeit eines
Unternehmens ist deshalb ein entscheidendes Auswahlkriterium“, sagte
der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und
Verhandlungsführer für die bundesweiten
AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann, in
Stuttgart.

Vier Fachlose für besonders häufig verordnete Medikamente schreibt
die AOK-Gemeinschaft in der neuen Runde im Drei-Partner-Modell aus.
„Damit gehen wir in puncto Lieferfähigkeit absolut auf Nummer
sicher“, betonte Hermann. Zu den Wirkstoffen, für die jeweils drei
Partnerunternehmen gesucht werden, gehören der Blutdrucksenker
Metoprolol und das Diabetes-Präparat Metformin. Insgesamt umfasst die
neue Runde nach Darstellung Hermanns einen AOK-Umsatz von zuletzt
rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr.

„Es ist kein Geheimnis, dass die Pharmalobby nicht nur am
Verfahren zur Nutzenbewertung neuer Medikamente sägt, sondern auch
auf das vorzeitige Ende des gesetzlichen Herstellerrabatts und des
Preismoratoriums drängt“, sagte Hermann mit Blick auf die vierte
Runde des „Pharmadialogs“ der Bundesregierung. Allein der Wegfall des
Preismoratoriums würde die Ausgaben der Krankenkassen aber
voraussichtlich um mehr als drei Milliarden Euro jährlich in die Höhe
treiben. „Deshalb bleiben die Arzneimittelverträge für die
finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung von
zentraler Bedeutung“, so Hermann. „Während einzelne Pharmaunternehmen
mit ihren Preisen für neu zugelassene Arzneimittel offenbar die
Grenzen der Belastungsfähigkeit der Beitragszahler austesten wollen,
sind unsere Verträge eine sichere Bank in puncto wirksamer
Ausgabensteuerung.“

Die jüngsten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums geben
Hermann recht: Danach haben die Krankenkassen dank der Rabattverträge
von Januar bis einschließlich September 2015 rund 2,54 Milliarden
Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. Die Effekte der
Verträge lagen damit nochmals 13 Prozent über denen der ersten drei
Quartale 2014.

Hintergrund

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne
Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte
Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur
Verfügung. Aktuell haben die elf AOKs in Deutschland gemeinsame
Verträge für 278 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen
abgeschlossen. Die AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des
Generikamarktes und ein Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro
ab.

Pressekontakt:
Ihr Kontakt zur Pressestelle der AOK Baden-Württemberg:
Tel.: 0711 / 2593-229
E-Mail: presse@bw.aok.de

Ihr Kontakt zur Pressestelle des AOK-Bundesverbandes:
Christine Göpner-Reinecke
Tel.: 030 / 34646-2289
E-Mail: presse@bv.aok.de

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