Appell gegen Diskriminierung HIV-Positiver im Gesundheitswesen veröffentlicht

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Heute beginnt der Deutsch-Österreichischer
AIDS-Kongress (DÖAK)

Die führenden HIV/Aids-Organisationen in Deutschland fordern ein
Ende der Diskriminierung von Menschen mit HIV im Gesundheitswesen.
„HIV-positive Patienten dürfen keine Nachteile bei Zugang und
Versorgung haben“, erklären die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG),
die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft
niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä).
Ihren „Gemeinsamen Appell“ veröffentlichen sie anlässlich des
Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses (DÖAK), der heute in
Düsseldorf beginnt.

Verweigerte Termine, Verletzung der Schweigepflicht

Ausgerechnet in Arztpraxen und Krankenhäusern erleben Menschen mit
HIV immer wieder Stigmatisierung und Benachteiligung:

– Sie erhalten beim Arzt oder Zahnarzt keinen Termin. Einem
Fünftel der Befragten beim „HIV-Stigma-Index“ war in den zwölf
Monaten vor der Befragung eine medizinische Behandlung
verweigert worden (http://bit.ly/1CqfePI).

– Oft erhalten HIV-Positive nur den letzten Termin am Tag.
Begründung: Nach ihrem Besuch seien besondere
Desinfektionsmaßnahmen erforderlich.

– Die HIV-Infektion wird nicht immer vertraulich behandelt, z.B.
gegenüber anderen Patienten.

– Krankenakten werden manchmal mit von außen sichtbaren Vermerken
gekennzeichnet.

– Bestimmte Maßnahmen (z.B. Operationen oder Entbindungen
HIV-positiver Frauen) werden nicht durchgeführt, weil das
Personal nicht ausreichend über HIV informiert ist.

Patienten wie alle anderen

Dazu sagt DAIG-Präsident Prof. Dr. med. Georg Behrens: „Für eine
stigmatisierende Sonderbehandlung gibt es keinen vernünftigen Grund.
Wenn die normalen Hygienevorschriften eingehalten werden, ist eine
HIV-Übertragung im medizinischen Alltag ausgeschlossen. HIV-positive
Patienten können behandelt werden wie alle anderen. Medizinisches
Personal sollte das wissen und mit gutem Beispiel vorangehen.“

dagnä-Vorstand Dr. med. Knud Schewe erklärt: „Diskriminierung kann
drastische Folgen für die Gesundheit haben. Nicht selten schrecken
HIV-positive Menschen aufgrund schlechter Erfahrungen vor notwendigen
Arztbesuchen zurück. HIV-Patienten haben ein Recht auf kompetente
Versorgung aller Fachrichtungen – nicht nur beim HIV-Spezialisten!“

DAH-Geschäftsführerin Silke Klumb, ergänzt: „Grund für Ausgrenzung
und Benachteiligung sind oft irrationale Ängste vor einer
HIV-Übertragung. Wir helfen gerne dabei, diese Ängste abzubauen. Ein
ganz selbstverständlicher Umgang mit HIV-Patienten ohne Angst ist
möglich – und eine große Erleichterung für alle Beteiligten. Es ist
Zeit zu handeln!“

Erleichterung für alle Beteiligten

Damit Ärztinnen und Ärzte HIV-positiven Menschen mit dem
entsprechenden Wissen und ohne Angst begegnen können, sind mehr
spezielle Fortbildungsmaßnahmen notwendig. Zugleich müssen
Beschwerdeverfahren effektiver und transparenter werden – sie sollten
als hilfreiches Mittel des Qualitätsmanagements begriffen werden.

DAIG, DAH und dagnä bieten selbst Fortbildungen und Unterstützung
an, doch hier sind auch Ärztekammern und Berufsverbände noch stärker
gefragt. Von Diskriminierung Betroffene können sich an die Aidshilfen
und HIV-Schwerpunktärzte wenden. Die Deutsche AIDS-Hilfe ist über
ihre Anti-Diskriminierungsstelle ansprechbar (www.nimmsnichthin.de).

Bundesärztekammer und Bundeszahnärztekammer haben das Problem
erkannt. Anlässlich des Welt-Aids-Tags 2014 sprachen sie sich für
eine diskriminierungsfreie Behandlung aus
(http://www.presseportal.de/pm/9062/2894624).

Den Gemeinsamen Appell gegen Stigmatisierung und Diskriminierung
von HIV-positiven Menschen im Gesundheitswesen finden Sie hier:
http://ots.de/g5Mri

Diese Pressemitteilung als PDF: http://ots.de/jqOMo

Weitere Informationen:

„Schulungsvideos klären auf“: http://ots.de/hMKpO

„Wenn Ärzte Stress machen“:
http://blog.aidshilfe.de/2015/04/18/wenn-aerzte-stress-machen/

„Aktiv gegen Diskriminierung im Gesundheitswesen“:
http://ots.de/HZXXe

Broschüre: „Keine Angst vor HIV! – Informationen für medizinisches
und pflegerisches Personal“:
http://www.aidshilfe.de/download_file/8483

www.daignet.de
www.aidshilfe.de
www.dagnae.de

Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Gesellschaft: Dr. Annette Haberl,
annette.haberl@mail.hivcenter.de, 0177 684 30 32

Deutsche AIDS-Hilfe: Holger Wicht, holger.wicht@dah.aidshilfe.de,
Tel. 0171 274 95 11

Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung
HIV-Infizierter: Robin Rüsenberg, ruesenberg@dagnae.de, Tel. 030 39
80 19 30

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