Arbeitsmarktexperte: Stärkere Regulierung der Zeitarbeit verbaut Wege aus der Arbeitslosigkeit

Abgelegt unter: Arbeit,Soziales |





Die geplanten Einschränkungen der Zeitarbeit
bedrohen die Arbeitsplatzchancen Geringqualifizierter. Darauf deuten
wissenschaftlichen Daten hin, die der Arbeitsmarktexperte Holger
Schäfer (IW Köln) heute Vormittag in Berlin vorstellte. Bei einer
Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
erinnerte Schäfer daran, dass knapp ein Viertel der Zeitarbeitnehmer
keine berufliche Ausbildung habe.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart,
die Überlassungshöchstdauer von Zeitarbeitnehmern auf 18 Monate zu
beschränken. Darüber hinaus soll festgelegt werden, dass
Zeitarbeitnehmer künftig spätestens nach neun Monaten hinsichtlich
des Arbeitsentgelts mit der Stammbelegschaft gleichgestellt werden.
Ein entsprechender Gesetzentwurf dazu wird voraussichtlich in den
kommenden Tagen vorgestellt.

Im Rahmen der INSM-Veranstaltung wies der Unionspolitiker Albert
Stegemann, MdB und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales,
darauf hin, dass die zusätzlichen Regelungen das bestehende Regelwerk
ergänzen sollen „und nicht die wünschenswerten Funktionen
beeinträchtigen.“ Zwar habe es früher Missbräuche gegeben, „für die
geplante gesetzliche Änderung müssen wir allerdings die Zeitarbeit
von heute betrachten. Heute ist dieser Bereich des Arbeitsmarktes
weitgehend reguliert und hat seine feste Bedeutung“, erklärte
Stegemann weiter. Er hoffe, dass eine gesetzliche Lösung gefunden
werde, „die nicht dazu führt, dass wir Arbeitnehmern das Leben
schwerer machen, als sie es ohnehin haben.“

„Zeitarbeit bietet vor allem Arbeitssuchenden eine gute Brücke in
den Arbeitsmarkt“, erklärt der Geschäftsführer der INSM, Hubertus
Pellengahr. Fast zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer gingen unmittelbar
vor ihrer Einstellung keiner Beschäftigung nach. „Wer diese Brücke
zum Einsturz bringt ist verantwortlich, wenn die Arbeitslosigkeit
Geringqualifizierter wieder ansteigt. Die Bundesregierung sollte
daher auf zusätzliche und schädliche Einschränkungen verzichten“, so
Pellengahr.

Weitere Informationen und eine Faktensammlung zum Thema Zeitarbeit
finden Sie unter www.insm.de/Presse.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein
überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in
Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche
Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und
Elektro-Industrie finanziert.

Pressekontakt:
Pressesprecher INSM: Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174;
hennet@insm.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de