ARD/ZDF-Onlinestudie 2016: 84 Prozent der Deutschen sind online – mobile Geräte sowie Audios und Videos mit steigender Nutzung (FOTO)

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Dynamische Entwicklung in vielen Feldern: So haben die Nutzung
über mobile Geräte als auch die Nutzung unterwegs 2016 deutlich
zugenommen. Angestiegen ist auch die Anzahl der Nutzer von Video- und
Fernsehinhalten sowie von Audioangeboten. Nachdem die
Internetverbreitung insgesamt in den vergangenen Jahren nur noch
leicht zugenommen hat, erfährt sie 2016 wieder einen deutlichen
Zuwachs. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die
ARD/ZDF-Onlinestudie 2016, die im Auftrag der
ARD/ZDF-Medienkommission durchgeführt wurde.

Die Anzahl der Internetnutzer steigt 2016 um zwei Millionen auf 58
Millionen, dies entspricht 84 Prozent der deutschsprachigen
Bevölkerung und einem Zuwachs von vier Prozentpunkten (im Vorjahr
waren es nur 0,4 Prozentpunkte). Täglich rufen 65 Prozent
beziehungsweise 45 Millionen Menschen Netzinhalte ab. Das Smartphone
ist 2016 das meistgenutzte Gerät für den Internetzugang: Zwei Drittel
der Bevölkerung und nahezu jeder 14- bis 29-Jährige geht darüber ins
Netz. Einen enormen Schub gibt es bei der Unterwegsnutzung: So gehen
28 Prozent der Bevölkerung (19 Millionen) täglich unterwegs ins
Internet, sei es in der Bahn, im Café oder bei Freunden – das sind
zehn Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. In der Altersgruppe der
unter 30-Jährigen sind es bereits 64 Prozent, die täglich unterwegs
auf Netzinhalte zugreifen. Neben der unverändert großen Relevanz des
klassischen Fernsehens gewinnt Bewegtbildnutzung über andere
Plattformen und Geräte an Bedeutung – dies trifft vor allem auf die
Jüngeren zu.

Der Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzende der
ARD/ZDF-Medienkommission Manfred Krupp ordnet die Ergebnisse ein:
„Das mobile Internet gibt dem seit Jahren zu beobachtenden
Medienwandel einen weiteren Schub. Neben handybegeisterten
Jugendlichen sind inzwischen auch immer mehr ältere Nutzer –always
on–. Die absehbaren Konsequenzen für die Medienmärkte und das
Nutzungsverhalten sind eine große technische und inhaltliche
Herausforderung für alle Anbieter. Es wird darauf ankommen, die
eigenen Stärken von den noch dominanten klassischen Verbreitungswegen
auf die neuen Plattformen zu übertragen.“

Der ZDF-Intendant und stellvertretende Vorsitzende der
ARD/ZDF-Medienkommission Dr. Thomas Bellut: „Nach wie vor erfährt das
konventionelle Fernsehen trotz steigender TV- und Videoangebote im
Internet die meiste Aufmerksamkeit. Auch bei Jüngeren, wenngleich
sich hier der Medienwandel erkennen lässt. Dem begegnen wir mit dem
Relaunch unserer ZDF-Mediathek noch in diesem Jahr, indem wir unsere
Inhalte nutzerfreundlich, zeitunabhängig und auf allen Plattformen,
also auch mobil, verfügbar machen.“

Smartphones sind Treiber der Internetnutzung

Während 2016 nahezu jeder der 14- bis 49-Jährigen online ist sowie
82 Prozent der 50- bis 69-Jährigen, nutzen mit 45 Prozent weniger als
die Hälfte der ab 70-Jährigen das Internet. Erstmals ist das
Smartphone mit 66 Prozent und einem Zuwachs von 14 Prozentpunkten das
meistgenutzte Gerät für den Internetzugang, noch vor dem Laptop mit
57 Prozent. Täglich verbringen die Deutschen 2:08 Stunden online.
Dies ist ein Zuwachs von 20 Minuten gegenüber dem Vorjahr. Dabei
verbringen Nutzer, die auch mit mobilen Geräten online gehen, täglich
2:43 Stunden und damit 35 Minuten mehr im Internet.

Hauptsächliche Netzaktivitäten sind Kommunikation und
Mediennutzung

Der größte Teil der Internet-Tätigkeiten wird mit Kommunikation
(39 Prozent) und Medien (25 Prozent) verbracht. Dabei entfallen auf
die Mediennutzung, also TV oder Videos sehen, Audios oder Radio hören
bzw. Nachrichten oder Artikel im Netz lesen, täglich rund 34 Minuten,
wobei nur rund elf Minuten pro Tag mit dem Ansehen von
Fernsehsendungen bzw. -beiträgen oder Videos verbracht werden. Im
Vergleich zu 2014 ist hier keine Entwicklung festzustellen.
Insbesondere bei der Nutzungsdauer besteht nach wie vor ein enormer
Abstand zwischen der herkömmlichen Fernsehnutzung und der
Online-Bewegtbild-Nutzung. In der jüngeren Zielgruppe, 14 bis 29
Jahre, hat Online-Bewegtbild allerdings eine höhere Relevanz und
liegt bei 30 Minuten. Treiber sind hier vor allem die YouTube-Stars
der 14- bis 19-Jährigen.

Bewegtbild und Audios entwickeln sich weiter dynamisch

Unabhängig von der Nutzungsdauer und bezogen auf die Zahl der
Menschen, die täglich Videos und Audios im Internet nutzen, ist ein
deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen: 26
Prozent der Gesamtbevölkerung nutzen täglich Bewegtbild (+6
Prozentpunkte), bei 14- bis 29-Jährigen sind es 58 Prozent (+4
Prozentpunkte), bei den über 60-Jährigen acht Prozent (+6
Prozentpunkte). Ähnlich verhält es sich bei Audioinhalten: 16 Prozent
der Bevölkerung hören täglich über das Internet Radio, Musik bspw.
bei Streaming-Dienstleistern oder Podcasts (+2 Prozentpunkte).
Wöchentlich sind es 33 Prozent (+7 Prozentpunkte).

Höchst erfolgreich: Facebook und WhatsApp

Facebook und WhatsApp gehören zu den meistgenutzten Diensten in
Deutschland. Mit Zuwächsen gegenüber 2015 ist gut jeder Fünfte (22
Prozent) täglich auf Facebook, und sogar fast die Hälfte der
deutschsprachigen Bevölkerung nutzt täglich WhatsApp (49 Prozent).
Snapchat, insbesondere bei Teenagern beliebt, erreicht aktuell vier
Prozent tägliche Reichweite, noch hinter Instagram mit sieben
Prozent. Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016, für die vom
21. März bis 8. Mai 2016 bundesweit repräsentativ 1.508
deutschsprachige Erwachsene in Deutschland durch das Institut GfK MCR
befragt wurden, sind in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift
„Media Perspektiven“ (Heft 9/2016) dokumentiert und unter
www.ard-zdf-onlinestudie.de abrufbar. Erstmalig wurde die
Festnetzstichprobe im so genannten Dual-Frame-Verfahren um eine
Stichprobe auf Basis von Mobilfunknummern im Verhältnis 60:40
ergänzt.

Ansprechpartner:

Hessischer Rundfunk, Pressestelle, Telefon: 069 – 155-2482,
E-Mail: presse@hr.de

ZDF, Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-12120, E-Mail:
presse@zdf.de

Pressekontakt:
ZDF Presse und Information
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