Ärger im Job: Nicht immer negativ

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Wer Ärger im Beruf hat, neigt nicht zwangsläufig
zur Kündigung. Das hat eine Studie der WHU – Otto Beisheim School of
Management herausgefunden. Im Gegenteil: Wer sich mit seinem
Arbeitgeber identifiziert, nutzt den Ärger sogar zum Wohl der Firma.

In der öffentlichen Meinung herrscht die Annahme, dass nur
positive Emotionen zu konstruktiven Ansätzen im Arbeitsalltag führen.
Negativen Gefühlen wird eher destruktiver Einfluss auf den
Arbeitgeber zugeschrieben.

„Unsere Studie zeigt aber, dass es auf das Maß der Identifikation
mit dem Arbeitgeber ankommt. Wer seinem Arbeitgeber gegenüber loyal
ist und Ärger empfindet, nutzt diese Gefühle, um sich bei der Arbeit
stärker einzubringen und die Probleme, die den Ärger ausgelöst haben,
zu beseitigen. Das ist meist gut für die Firma“, erklärt Prof. Dr.
Jochen Menges, Leiter des Lehrstuhls für Führung und
Personalmanagement an der WHU. „Unsere Daten zeigen, dass Ärger im
Job bei solchen Menschen das Bedürfnis zu kündigen verringert.“
Demgegenüber steigt die Wahrscheinlichkeit bei Ärgernissen im Job zu
kündigen, wenn der Arbeitnehmer sich kaum mit der Firma
identifiziert.

„Für Menschen, die sich stark mit ihrem Arbeitgeber
identifizieren, ist Ärger in der Firma auch immer ein wenig
Selbstvorwurf, da sie sich selbst als Teil der Organisation
empfinden“, so Menges. „Daher neigen sie eher dazu, etwas zum
Positiven verändern zu wollen – im Sinne der Firma.“

Für Arbeitgeber bedeutet das Ergebnis der Studie, die im Academy
of Management Journal erschienen ist, dass es unklug ist, die
Vielzahl der Emotionen von Angestellten zu stark einzuschränken.
„Unsere Studie belegt, dass Firmen vor allem daraufsetzen sollten,
die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber zu stärken.
Das ist besser als Firmenkulturen zu schaffen, die rein auf positive
Emotionen setzen und jeden Ausdruck von Ärger oder anderen
unangenehmen Emotionen schelten.“ Wenn Mitarbeiter Emotionen
ausdrücken, positive wie negative, dann hieße das, so Menges, dass
ihnen ihr Anliegen und ihre Arbeit wichtig sind – das sei
begrüßenswert. Wenn sie sich zudem mit ihrer Firma identifizieren,
würde das Verhalten, das sich aus den Emotionen ergibt, meist dem
Arbeitgeber nutzen und nicht schaden.

Neben Ärger untersuchten Menges und seine Kollegen auch andere
Emotionen wie Stolz und Schuldgefühle. Auch für positive Emotionen
wie Stolz zeigte sich, dass sie bei hoher Identifikation zu einer
geringeren Kündigungsabsicht, bei niedriger Identifikation aber zu
höherer Kündigungsabsicht führen.

Studie: „The Meaning of my Feelings Depends on Who I Am:
Work-related Identifications Shape Emotion Effects in Organizations“
von Jochen Menges, WHU – Otto Beisheim School of Management und
Samantha Conroy, Colorado State University, William Becker of
Virginia Tech, Academy of Management Journal, April 2016.

WHU – Otto Beisheim School of Management:

Die WHU – Otto Beisheim School of Management ist eine
international ausgerichtete, privat finanzierte
Wirtschaftshochschule. Die 1984 gegründete Business School gehört
inzwischen zu den renommiertesten deutschen Wirtschaftshochschulen
und genießt auch international hohes Ansehen. Mit dem WHU Campus
Düsseldorf hat die Hochschule im Oktober 2012 ihren zweiten Standort
eröffnet.

Weitere Informationen unter: http://www.whu.edu/

Pressekontakt:
WHU – Otto Beisheim School of Management
Campus Vallendar, Burgplatz 2, 56179 Vallendar, Germany
Tel.: +49 261 6509-541; Fax: +49 261 6509-549 ; Mob. +49 171 4190 880
jennifer.willms@whu.edu www.whu.edu

Die Stiftung WHU ist Träger der WHU – Otto Beisheim School of
Management

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