Armutsbericht: Großes Gejammer – keine Aktivität

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25.2.2016. Immer wenn in Deutschland der Armutsbericht veröffentlicht wird, fordern Verbände Maßnahmen die steigende Armut zu bekämpfen. „Diese vernünftigen Forderungen verhallen aber in den Ohren der Verantwortlichen „, weiß Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung e. V. (DSD). Ohne sofortiges Handeln werde vor allem die Kinder- und Altersarmut in den kommenden Jahren bedrohliche Ausmaße annehmen.

Die Armutsquote in Deutschland sank im vergangenen Jahr um 0,1 auf nun 15,4 Prozent. Hinter diesen kleinen Zahlen verbergen sich die Schicksale von über 13,4 Millionen Menschen, die unterhalb der Armutsschwelle leben. „Der Rückgang ist lächerlich und ein Zeichen des politischen Desinteresses“, so Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des DSD (www.mehr-hartz4.net). Die Armutsquote bei Erwerbslosen und Alleinerziehenden steigt nämlich Jahr für Jahr. Mehr als die Hälfte aller Erwerbslosen und 42 Prozent aller Alleinerziehenden in Deutschland gelten als arm. Dies sei eine Schande für unseren Sozialstaat, der im vergangenen Jahr einen Haushaltsüberschuss von mehr als 12 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, so Hoffmann.

„Armut in Deutschland ist ein Thema, das auf die Agenda aller Verantwortlichen gehört“, sagt der DSD-Geschäftsführer. Seit 2005 ist die Quote der altersarmen Rentner um 46 Prozent angewachsen; 19 Prozent aller Kinder leben in Armut, die Hälfte von ihnen in Haushalten von Alleinerziehenden. „Das sind Entwicklungen, die uns große Sorgen machen, vor allem weil wir wissen, dass auch nach diesem Bericht die sozial- und steuerpolitischen Gegenmaßnahmen ausbleiben werden“, sagt Hoffmann. Dabei sei die Lösung der Probleme keine Zauberei.

Uwe Hoffmann weiter: „Wenn wir für absurde Maßnahmen im In- und Ausland Steuergelder verschwenden, frage ich mich, warum kein Geld für eine Grundsicherung der Kinder, eine reformierte Alterssicherung und die sanktionsfreie, bedarfsgerechte Unterstützung von Hartz-IV-Empfängern möglich ist.“ Ein großes Ärgernis ist für den DSD-Geschäftsführer auch die Vermittlung von Arbeitslosen in Billiglohn-Jobs: „Es ist kein Geheimnis, dass Betriebe billigste Arbeitskräfte über Personaldienstleister von den Jobcentern vermittelt bekommen. Das ist bewusste Ausbeutung derer, die trotz ihres Lohnes staatliche Leistungen zum Überleben brauchen. Das hat mit beruflicher Förderung gar nichts zu tun!“

Der DSD ist ein gemeinnütziger Verein in Thüringen, der sich seit Jahren u. a. für Hartz-IV-Empfänger, und damit gegen die zunehmende Armut in Deutschland engagiert.

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