Ärzte und Apotheker fordern Ende der Ausschreibungen für Krebsmedikamente (FOTO)

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Ärzte und Apotheker in Deutschland wollen gemeinsam die
bestehende, effiziente Versorgung der Patienten mit lebenswichtigen
Krebsmedikamenten erhalten. Die Heilberufler fordern deshalb den
Gesetzgeber auf, ab sofort keine Exklusivausschreibungen von
Krankenkassen unter Apothekern für Zytostatika-Zubereitungen zu
Lasten der gesetzlich krankenversicherten Patienten mehr zuzulassen.
Solche Exklusivverträge gefährden die Versorgungsqualität, schränken
den Patientenwillen ein und erhöhen das Risiko von Lieferengpässen.
Das ist der Tenor eines gemeinsamen Papiers von acht
Fachgesellschaften und Verbänden von Ärzten und Apothekern, das heute
in Berlin vorgestellt wurde. Zytostatika sind Medikamente gegen
Krebserkrankungen, die als Spezialrezepturen für jeden Patienten
einzeln angefertigt werden müssen. Bundesweit erfüllen ca. 300
öffentliche Apotheken die besonderen Anforderungen an ebendiese
Herstellung in einem Reinraumlabor gemäß § 35
Apothekenbetriebsordnung.

„Exklusivverträge für Zytostatika-Rezepturen zerstören die
flächendeckende Versorgungstruktur. Nach jeder Ausschreibungsrunde
bleiben weniger Gewinner übrig und immer mehr Spezialapotheker müssen
aufgeben“, sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen
Apothekerverbandes e.V. (DAV): „Der Gesetzgeber muss bald handeln und
solche Ausschreibungen verbieten: Es kann nicht sein, dass die
Krankenkassen die Zytostatika-Versorgung kaputt sparen.“ Ähnlich
äußert sich Prof. Dr. med. Stephan Schmitz, Vorstandsvorsitzender des
Berufsverbandes der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in
Deutschland e.V. (BNHO): „Mit Ausschreibungen dringen die Kassen
nicht nur in die Entscheidungskompetenz des Arztes ein, sondern auch
in das besonders geschützte Vertrauensverhältnis von Arzt und
Patient. Das ist aus Sicht der niedergelassenen Hämatologen und
Onkologen nicht akzeptabel.“ Dr. Klaus Peterseim, Präsident des
Verbandes der Zytostatika herstellenden Apotheker und Apothekerinnen
e.V. (VZA), erklärt: „Eine ordentliche Patientenversorgung mit
individueller Überprüfung und Beratung durch die Apotheken gerät
durch die Ausschreibungen in den Hintergrund. Die einheitliche und
multiprofessionelle Zusammenarbeit bei Chemotherapien zwischen
onkologischen Praxen und hochqualifizierten Apotheken wird durch
Exklusivausschreibungen vernichtet.“

Weitere Informationen und das Verbändepapier unter www.abda.de

Pressekontakt:
Dr. Reiner Kern, Pressesprecher, 030 40004-132, presse@abda.de

Christian Splett, Pressereferent, 030 40004-137, c.splett@abda.de

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