Asylkompromiss der Koalition – Deutschland darf sich nicht gegen Kinder abschotten

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Die Kinderrechtsorganisation Save the Children
betrachtet den gestrigen Asylkompromiss der Koalition als kritisch.

„Anstelle die Verbesserung der Aufnahmebedingungen für
Schutzsuchende in den Mittelpunkt zu stellen, ist dieser Kompromiss
ein Abschottungssignal vor allem gegenüber Kindern“, bemängelt
Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.
„Die zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen,
die –subsidiären Schutz– genießen, führt dazu, dass unzählige Kinder
und Frauen nun alleine zurückbleiben und nur unter erschwerten
Bedingungen nachziehen können. Kinder haben aber ein Recht darauf,
mit den Eltern zusammenleben zu dürfen. Familiennachzug ist ein
legaler Zugangsweg nach Europa, der verhindert, dass noch mehr
Menschen auf dem Weg nach Europa sterben und Familien temporär oder
für immer auseinandergerissen werden. Hier wird eine Regelung, die
erst vor kurzem zugunsten der Flüchtlinge verbessert wurde, wieder
eingeschränkt. Das halten wir für falsch.“

Save the Children mahnt, dass bei der Einrichtung der sogenannten
Registrierzentren die universellen Kinderrechte auf Gesundheit,
Bildung und Schutz gewahrt werden. „Jeder dritte Flüchtling, der nach
Deutschland kommt, ist ein Kind“, sagt Kathrin Wieland. „Für jede
dazu gehörige Familie gibt es – unabhängig davon, woher sie kommen –
offenbar keine Alternative zur Flucht. Sie sind also keine
–Pseudo-Flüchtlinge– und dürfen durch die Einrichtung gesonderter
Zentren nicht als solche stigmatisiert werden. Die Bedingungen in
diesen temporären Aufnahmezentren müssen so kinderfreundlich
gestaltet sein, dass Mädchen und Jungen nicht re-traumatisiert
werden.“

Die Kinderrechtsorganisation kritisiert außerdem scharf, dass
Flüchtlinge, die keine gültigen Ausweispapiere mit sich tragen, in
den neuen Registrierungszentren schneller abgeschoben werden können.
„Viele Menschen und vor allem allein flüchtende Kinder verlieren ihre
Ausweispapiere auf der Flucht. Das darf kein Grund sein, sie
schneller abzuschieben“, warnt Kathrin Wieland.

Save the Children ist entlang der Fluchtrouten im Einsatz, um
Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Gerne vermitteln wir Ihnen
Interviews mit unseren Mitarbeitern vor Ort.

Presse-Kontakt Deutschland:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Diane Nakschbandi
Tel.: +49 (172) 466 73 33
Mail: diane.nakschbandi@savethechildren.de
www.savethechildren.de

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