Aufpasser, Zensur und ein inszeniertes Picknick – Stefan Gödde schaut für „Galileo Spezial“ hinter den eisernen Vorhang Nordkoreas

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09. Oktober 2014. Stefan Gödde reist mit einem „Galileo“-Team nach
Nordkorea. Nur selten erhalten Journalisten die Genehmigung, im
Reich des Herrschers Kim Jong Un zu filmen. In der Reportage „Das
geheime Land – Leben in Nordkorea“ (Sonntag, den 12. Oktober 2014,
19:05 Uhr) berichtet „Galileo Spezial“ über einen Staat in dem
Führerkult oberste Prämisse ist und ausländische Journalisten ihr
Material zur Zensur vorlegen müssen.

„Das permanente Überwachtwerden hat dazu geführt, dass die
Stimmung im Team oft sehr angespannt war“, sagt „Galileo“-Moderator
Stefan Gödde über die Dreharbeiten in Nordkorea. „Soldaten zu filmen
ist verboten, auch Baustellen sind tabu. Besonders streng waren
unsere Aufpasser vor allem, als wir die Statuen der Führer filmen
wollten: Nichts durfte die Statuen überdecken, die Kameraführung
durfte nicht bewegt sein, Detail-Aufnahmen waren untersagt. Am Ende
eines jeden Drehtages mussten wir unser Filmmaterial kopieren, zur
Vorlage bei der nordkoreanischen Zensurbehörde.“ Nicht nur in die
Vermeidung unerwünschter Berichterstattung steckten die Zuständigen
viel Energie. Vermeintlich passendere Drehmotive wurden aktiv
geschaffen – so der Eindruck des ProSieben-Teams vor Ort. Stefan
Gödde: „Man wollte uns möglichst fernhalten von militärischen
Massenveranstaltungen und Aufmärschen. Stattdessen sollten wir die
vermeintlich schönen Dinge des Landes filmen: moderne
Sporteinrichtungen, Vorzeigebetriebe in Industrie und Landwirtschaft,
tanzende Menschen – was zu einer entlarvenden, geradezu grotesken
Szene führte: Die ,zufällig– im Park tanzenden Menschen entpuppten
sich als Schauspieler und Opernsänger, die extra für unsere Kameras
eine regelrechte Operette inszenierten: ein von Gesang begleitetes
,ganz alltägliches– Picknick im Park – mit gebratenen Gänsen,
Meeresfrüchten, Melonen und Bananen. Dabei darf man nicht vergessen:
Die Vereinten Nationen weisen immer wieder auf die gespannte
Versorgungssituation im Land hin; laut letztem UN-Bericht gelten 28
Prozent der Kinder als chronisch, vier Prozent sogar akut
unterernährt.“

Trotz ständiger Begleitung durch zwei staatliche Betreuer gelingt
es „Galileo Spezial“, einzigartige Bilder einzufangen und besondere
Einblicke in das Leben der Nordkoreaner zu geben – von der
Millionenmetropole Pjöngjang bis nach Panmunjeom, der angeblich
bestgesicherten Grenze überhaupt. „Galileo Spezial: Das geheime Land
– Leben in Nordkorea“ – am Sonntag, den 12. Oktober 2014, um 19:05
Uhr auf ProSieben.

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