Aufsichtsrat der Deutschen Bahn billigt strukturelle und personelle Neuaufstellung des Unternehmens

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g nur noch sechsköpfiger Vorstand – Auflösung der zweistöckigen Holdingstruktur angestrebt – Option einer Beteiligung Dritter lediglich für DB Arriva und DB Schenker Logistics – Allein Konzernzentrale spart über 700 Millionen Euro in den nächsten Jahren ein

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat weitreichenden strukturellen und personellen Veränderungen im Konzern zugestimmt. Das Kontrollgremium gab grünes Licht für ein vom DB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Rüdiger Grube vorgelegtes sechs Punkte umfassendes Maßnahmenpaket. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Prof. Dr. Dr. Utz-Hellmuth Felcht, erklärte nach einer Sondersitzung des Gremiums am Montag in Berlin: „Mit dieser Neuausrichtung machen wir die Deutsche Bahn zukunftsfest. Mit den Rezepten der Vergangenheit würde dies nicht gelingen.“ Dr. Grube: „Wir handeln, weil ein verschärfter Wettbewerb, zunehmende Regulierung und zu schnell steigende Kosten derartige Veränderungen erfordern.“

Der Aufsichtsrat fasste den Beschluss, den Konzernvorstand zum 1. August 2015 um ein Viertel von derzeit acht auf sechs Mitglieder zu verkleinern. Entsprechend werden Zuständigkeiten neugeordnet. Die wichtigsten Änderungen:
Das Ressort Technik wird aufgeteilt. Ein Teil, die Bereiche Technik, Systemtechnik sowie das Sicherheits- und Qualitätsmanagement, wird der Infrastruktur zugeordnet und steht unter der Leitung von Dr. Volker Kefer, der auch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt wird. Die Bereiche Beschaffung und IT (CIO) gehen ins Finanzressort über. Ebenfalls erweitert wird das Ressort Personenverkehr und zwar zum Vorstandsressort „Verkehr und Transport“. Unter Leitung des bisherigen Vorstandsvorsitzenden der DB Fernverkehr AG, Berthold Huber, wird dem bisherigen Ressort die DB Schenker Rail AG mit dem Ziel hinzugefügt, die Eisenbahn in Deutschland zu stärken.

Die Wachstumsplattformen DB Arriva und DB Schenker Logistics werden künftig vom Finanzressort, also zusätzlich von Finanzvorstand Richard Lutz geführt. Im neu geschaffenen Ressort „Wirtschaft, Recht und Regulierung“ werden die Abteilungen Compliance, Recht und Sicherheit mit den Bereichen „Nationale und internationale Beziehungen“ zusammengelegt. Zuständig dafür ist ab 1. August der neue Vorstand Ronald Pofalla, bisher Generalbevollmächtigter.

Ein weiterer zentraler Punkt der Neuausrichtung ist die angestrebte Auflösung der zweistöckigen Holdingstruktur. Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat bei der regulären Sitzung des Aufsichtsrates am 16. Dezember dieses Jahres Beschlüsse zur Zustimmung vorlegen, ob dies durch Verschmelzung oder Betriebsübergang der DB ML AG auf die DB AG erfolgen wird. Bis zu diesem Datum wird der Vorstand dem Aufsichtsrat ebenfalls Konzepte unter anderem in Hinblick auf die Zukunft der internen Dienstleistungen sowie auf den Erhalt einer Option zur Beteiligung Dritter für DB Arriva und DB Schenker Logistics vorlegen.

Mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen sind Einsparungen von 100 Millionen Euro in der Konzernzentrale verbunden, so dass zusammen mit bereits beschlossenen Maßnahmen (610 Mio. Euro) bis 2020 über 700 Millionen Euro in der Zentrale eingespart werden sollen. Die Konzernzentrale wird sich zukünftig auf Funktionen mit Richtlinienkompetenz konzentrieren.

Ihr Vorstandsmandat legen zum 31. Juli 2015 Dr. Karl-Friedrich Rausch, Ulrich Homburg, Gerd Becht und Dr. Heike Hanagarth nieder (Reihenfolge nach Dauer der Vorstandszugehörigkeit).

„Mit Dr. Karl-Friedrich Rausch verlässt eine anerkannte und geschätzte Persönlichkeit den Konzern. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Rausch ausdrücklich für seinen herausragenden Einsatz in den fast 15 Jahren, die er als Vorstand für die Deutsche Bahn gearbeitet hat“, erklärte Prof. Felcht. Der promovierte Wirtschaftsingenieur kam 2001 von der Deutsche Lufthansa AG und wurde Technikvorstand bei der DB. Von 2003 bis Mai 2009 leitete er das Vorstandsressort Personenverkehr. „Unter seine Verantwortung fällt unter anderem die überaus erfolgreiche Betriebsaufnahme des deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs gemeinsam mit der SNCF im Jahr 2007“, fügte Dr. Grube hinzu. Seit Mai 2009 steht Dr. Rausch dem Ressort Transport und Logistik vor. Dabei hat er unter anderem den Ausbau des globalen Logistiknetzwerkes vorangetrieben. Seit Mitte 2012 übernahm Dr. Rausch zusätzlich die neu geschaffene Aufgabe des Chief Sustainability Officier, um nachhaltiges Handeln noch stärker in der DB zu verankern.

Ulrich Homburg kam im Jahr 2000 zur DB. Seit 2003 leitete der studierte Bauingenieur die DB Regio AG, 2009 übernahm er das gesamte Ressort Personenverkehr. Prof. Felcht: „Herr Homburg zeichnete sich für den erfolgreichen Übergang der DB-Nahverkehrssparte in den liberalisierten Markt verantwortlich. Trotz stetig steigendem Wettbewerbsdruck blieb bis heute ein Marktanteil von rund 70 Prozent erhalten. Dafür gebührt ihm ausdrücklich Dank und Anerkennung.“ Dr. Grube: „Im Jahr 2010 wurden mit dem Kauf von Arriva die Weichen für ein erfolgreiches Auslandsgeschäft im Personenverkehr gestellt. Die gelungene Integration von Arriva ist auch ein Verdienst von Ulrich Homburg.“ Im März stellte Homburg die neue Strategie des Fernverkehrs auf der Schiene vor, die in den nächsten 15 Jahren eine erhebliche Ausweitung des Angebotes und höhere Fahrgastzahlen vorsieht.

Der gelernte Jurist Gerd Becht wurde 2009 als Vorstand Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit berufen. Prof. Felcht: „Unter seiner Führung wurde das durch die Datenaffäre massiv verlorene Vertrauen der Belegschaft zurückgewonnen. Heute setzt die DB beim Datenschutz und mit ihrer hochprofessionellen Compliance-Organisation deutschlandweit Maßstäbe. Dafür danken wir ihm ausdrücklich.“ Dr. Grube ergänzte, dass Becht bei der Verfolgung ziviler Rechtsansprüche exzellente Ergebnisse erzielt habe: „Beispielsweise gelang es ihm und seinem Team, im Rahmen des Schienen- oder Rolltreppenkartells hunderte Millionen Euro Schadenersatz für die DB und auch die Steuerzahler zu erwirken.“

Bereits am 15. Juli hatte die DB berichtet, dass Dr. Heike Hanagarth ihr Mandat im Zuge des Konzernumbaus Ende Juli niederlegen wird. Prof. Felcht: „Frau Dr. Hanagarth hat wichtige Innovationen angestoßen und unter anderem den Bereich Beschaffung neu geordnet. Diese eingeleiteten Maßnahmen werden künftig noch ihre Wirkung entfalten.“ Dr. Grube dankte Dr. Hanagarth für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Sie hat bei den Themen Technik, Innovation und Einkauf zum Erfolg des Konzerns beigetragen.“

Abschließend dankte der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Felcht noch einmal allen vier ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre Bereitschaft, diese umfassende Neuausrichtung des Unternehmens einvernehmlich zu ermöglichen und eigene Interessen hintanzustellen.

Dr. Alexander Hedderich, Vorstandsvorsitzender der DB Schenker Rail AG, wird sein Mandat zum 31. August 2015 niederlegen und den DB Konzern verlassen. Neuer Vorstandsvorsitzender der Schenker AG wird Jochen Thewes, bisher CEO DB Schenker APAC. Er übernimmt damit die Leitung des Geschäftsfeldes DB Schenker Logistics zum 1. September 2015.

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