Aus Industrie 4.0 Fortschritt 4.0 machen / Unternehmen entwickeln auf dem 6. Demografiekongress smarte Lösungen für die digitale Zukunft

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„Wir schaffen uns alle ab!“ prophezeien die
einen. „Keine Panik, bislang ist noch immer alles gut gegangen.“
beschwichtigen die anderen. Wenn es um den Megatrend Industrie 4.0
geht, könnten die Meinungen kaum gegensätzlicher sein. Wer hat nun
Recht? Der 6. Kongress des Demografienetzwerks am 14.04. in der IHK
Frankfurt zeichnete dazu ein ausgewogenes Gesamtbild. Den Startschuss
lieferte eine Pro-Kontra-Debatte von gleich zwei Keynotes. Wenn es
nach den Berechnungen der ING-DiBA geht, könnten Roboter bald 50
Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland überflüssig machen:
„Unterm Strich werden sich Tätigkeiten und ganze Berufsbilder
verändern. Vor allem der Finanzsektor wird in den kommenden Jahren
noch vielen Veränderungen unterliegen.“ gab Chef-Volkswirt Carsten
Brzeski zu bedenken. Seine Keynote bezeichnete er selbst als
„Denkanstoß mit Augenzwinkern“ und erläuterte die möglichen negativen
Folgen von Automatisierung und Robotisierung darin genauer.

Den Gegenentwurf lieferte Josephine Hofmann vom
Fraunhofer-Institut. In ihrer Keynote ging es um die Chancen, die 4.0
für Wirtschaft und Gesellschaft bieten. Denn: „Die Voraussetzungen
für eine chancenorientierte Nutzung von Industrie 4.0 sind gerade in
FrankfurtRheinMain sehr gut: Ob Logistik, Infrastruktur, Bildung oder
die große Wirtschaftskraft allgemein – all das bietet tolle
Gestaltungschancen, die genutzt werden sollten!“ Und so skizzierte
Hofmann den rund 400 Gästen, was Organisationen, Führungskräfte und
Mitarbeiter tun können, um diese neue Arbeitswelt gemeinsam zu
gestalten. Beginnend bei der Notwenigkeit eines intensiven Diskurses
innerhalb von Unternehmen bis hin zu rechtlichen Fragestellungen, die
im Licht von 4.0 neu geregelt werden müssen.

In drei Foren ging es anschließend an die praktische Umsetzung.
Rainer Hetzer, Leiter Human Relations der Continental Division
Chassis & Safety mit Sitz in Frankfurt, gewährte Einblicke in die
Kompetenzentwicklung seiner Mitarbeiter. Seine Einschätzung, wenn es
um die passenden Fachkräfte geht: „Das ist eine große
Herausforderung aber auch Chance für uns! Mit Blick auf
Digitalisierung reden wir hier auch über eine regelrechte
Kompetenz-Umgestaltung unserer Mitarbeiter. Und: Mit der zunehmenden
Komplexität und Verdichtung der Arbeit brauchen wir Antworten in
Richtung Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeitswelt.
Deshalb müssen wir künftig stärker die Lernfähigkeit und
-bereitschaft fördern. Desweiteren brauchen Menschen
lebensphasengerechte maßgeschneiderte Optionen zur Gestaltung einer
gesunden Work-Life-Integration. Diese Elemente sind gerade im Rahmen
der Digitalisierung absolut essenziell – sowohl für die Mitarbeiter
als auch für unser Unternehmen.“ Hetzer stellte auf dem
Demografiekongress Pilotprojekte von Continental vor, die helfen
sollen gemeinsam mit den Mitarbeitern den Weg Industrie 4.0 zu gehen.

Unsicherheiten und Akzeptanzbarrieren waren auch bei anderen
Unternehmen Thema. Ideen, wie sie ihre heterogene Belegschaft fit für
die Digitalisierung machen, gab es u.a. von der EnBW AG – mit
Rücksicht auf die verschiedenen Altersstufen und Bedürfnisse. Apropos
Bedürfnisse: Wie steht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
wenn Eltern jetzt von überall aus arbeiten können – vielleicht
müssen? Nicht selten prallen Welten aufeinander, wenn es um
alternative Arbeitsformen geht. Vodafone, die Deutsche Bahn und die
ING-DiBa gaben hierzu wertvolle Anregungen, wie Führungskräfte
Vereinbarkeitsfragen und Organisationsentwicklung im Sinne eines
agilen Unternehmens meistern können. „Wir haben uns nicht an großen
Theorien orientiert, sondern mit Hilfe relativ einfacher Ideen das
Arbeitsverhalten der Mitarbeiter gemeinsam geändert.“, lautet etwa
das Fazit von Jens Honigmann, Leiter der Abteilung Business
Management Baufinanzierung bei der Direktbank ING-DiBa AG. Rund 500
Mitarbeitern erhielten das Angebot: „Ab morgen könnt ihr im Rahmen
eures Know-hows selbst entscheiden, in welchem Aufgaben ihr arbeiten
wollt. Keine zentrale Planung.“ Einen Tag sollten sie es gemeinsam
ausprobieren. Bis heute haben sie nicht damit aufgehört.

Agile Arbeitsstrukturen waren auch das Stichwort bei Crytek, eines
der führenden Unternehmen der Computerspiele-Branche Deutschlands:
„Hier in Frankfurt arbeiten 40 verschiedene Nationalitäten bei
Crytek. 40!“, gab Kevin Moore, Global HR Director beim
Spieleentwickler, zu bedenken. “ Diese Zahl muss man sich einmal
vorstellen. Und das bei nur rund 370 Mitarbeitern. Wir haben deshalb
ein besonderes Onboarding entwickelt. So stellen wir sicher, dass
jeder New-Starter einen optimalen Einstieg in seine neue Rolle bei
Crytek findet und schnellstmöglich produktiv arbeiten kann.“
erläuterte Moore weiter und brachte auch gleich Tipps mit, wie
besonders ausländische Fachkräfte schnell integriert werden können.

IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller sieht FrankfurtRheinMain
auf dem Weg in eine „4.0-Welt“ gut aufgestellt: „Der Kongress hat
gezeigt, wie stark die zunehmende Digitalisierung bereits in vielen
Unternehmen und in der Gesellschaft verankert ist. Insofern ist die
Ausgangsposition für FrankfurtRheinMain ausgezeichnet und hierzu
trägt auch der Ruf als Wirtschafts- und Innovationsmotor sowie der
Status als Rechenzentrumshauptstadt Europas bei. Aber damit auch in
der Breite der Wirtschaft und Gesellschaft ein Nutzen aus der
4.0-Bewegung gezogen werden kann, muss weiter intensiv an diesen
Voraussetzungen gearbeitet werden. Dies gilt beispielsweise für den
Breitbandausbau in ländlich geprägten Gebieten ebenso wie für eine
Stärkung der Digitalkompetenzen der Bevölkerung. Ich bin mir sicher:
Wenn wir diese Aspekte zusammenbringen, kann FrankfurtRheinMain eine
führende Rolle in der zukünftigen digitalisierten Welt einnehmen.“

Über das Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain

Das Demografienetzwerk FrankfurtRheinMain besteht zurzeit aus 13
Partnern. Die Initiatoren sind: die IHK Frankfurt am Main, die Stadt
Eschborn, die Stadt Frankfurt am Main, der Regionalverband
FrankfurtRheinMain, das Europabüro der Metropolregion
FrankfurtRheinMain, die ING-DiBa, das Demographie Netzwerk (ddn) ,
die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, das IHK-Forum Rhein-Main,
die Carl Duisberg Gesellschaft e.V. (CDG), die Regionaldirektion
Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Verein zur Förderung der
Standortentwicklung e.V. und die Frankfurt University of Applied
Sciences. Die Initiatoren bündeln viele ihrer Aktivitäten zur
Fachkräftesicherung in dem Netzwerk. Wichtigste Instrumente sind der
Kongress, Fachveranstaltungen, Arbeitskreise, Broschüren und die
Website: www.demografienetzwerk-frm.de

Pressekontakt:
Mandelkern Marketing & Kommunikation GmbH
Joanna Cimring
Hamburger Allee 45
60486 Frankfurt am Main
Tel.: 069.7167 580-24
Fax: 069.7167 580-22
j.cimring@mandelkern.de

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