Ausstellung: „Meine Freunde und ich – Bilder junger Roma aus dem Dorf Jarovnice in der Slowakei“

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Die Ausstellung „Meine Freunde und ich – Bilder junger Roma aus dem Dorf Jarovnice in der Slowakei“ zeigt Kunstwerke von Schülern aus einer slowakischen Roma-Siedlung und regt durch den Kontrast zwischen trister Lebenswirklichkeit und lebensfrohen Bildern zum Nachdenken an. Die Ausstellung wird am 9. Oktober um 19:30 Uhr eröffnet. Kuratorin Anneliese Schwarz wird dabei einige einführende Worte sprechen. Bei uns wird die Ausstellung bis zum 30. Oktober 2014 zu sehen sein.
Kunsterzieher Jan Sajko unterrichtet Romakinder in dem Dorf Jarovnice in dem sich eine der größten Romasiedlungen der Ostslowakei befindet. Er gibt ihnen die Gelegenheit, ihre Gefühle auszudrücken und ihre Erlebnisse künstlerisch zu verarbeiten. Die Ergebnisse sind beeindruckend: „Wo sie wohnen, ist alles trist und grau. Sie sehen nur Dreck und Staub und waren noch nie in einer Galerie. Und dann kommen sie in die Schule und malen in den schrillsten Farben – für mich ist das ein Wunder“, sagt Jan Sajko. Die Kinder aus der Siedlung besuchen die Gemeindeschule, 2005/06 waren 775 Schüler Roma. 40 Lehrer und zwei Roma-Assistenten unterrichteten die Kinder in zwei Schichten in mit je 16 Schulklassen. Auf zahlreichen Ausstellungen unter anderem in Deutschland, Schweden und den USA waren die Bilder der jungen Künstler schon zu sehen.
Zur Ausstellungseröffnung am 9. Oktober 2014 um 19:30 Uhr wird Kuratorin Anneliese Schwarz einen einführenden Vortrag halten, wozu wir Sie sehr gerne einladen.
Zum Hintergrund: Die Gemeinde Jarovnice liegt im ?ari?ské-Bergland in einem Tal, durch das der kleine Fluss Mala Svinka fließt. Heute ist die Gemeinde Heimat von 4600 Menschen, darunter ungefähr 3600 Roma. 1998 wurde die Ostslowakei von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht – die größten Schäden richtete eine Schlammlawine des zum reißenden Strom angeschwollenen Mala Svinka in Jarovnice an. Dabei starben 53 Menschen, unter den Opfern befanden sich viele Kinder. Die Bilder gingen um die Welt.
Nach der Wende Anfang der 1990er Jahre waren es vor allem Angehörige der Roma, die als erste ihre Arbeitsplätze verloren und einen Großteil der Slums an den Rändern der Städte bewohnten. Auch in der Gemeinde Jarovnice lebten viele Roma in ärmlichen Verhältnissen in einfachen Holzhäusern oder Lehmhütten, die von der Flut weggespült wurden. Auch die stabileren Steinhäuser, in denen ein Teil der Roma- Familien lebten, wurden zum Teil schwer zerstört. Über 700 Roma wurden obdachlos und mussten in Notunterkünften untergebracht werden.
Auch heute, 16 Jahre nach der Flut, leben die Roma in Jarovnice unter katastrophalen Bedingungen und sehen sich einer wachsenden Diskriminierung ausgesetzt. Jan Sajko gibt den Kindern, die dort in einer verzweifelten und fast hoffnungslosen Situation aufwachsen, die Gelegenheit, sich künstlerisch auszudrücken und so ihre Lebenslagen zu verarbeiten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.sintiundroma.de

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