AWO International, CARE, Save the Children und World Vision warnen gemeinsam mit 35 weiteren Organisationen vor dem Missbrauch von humanitären Korridoren als Kriegswaffe

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Wir sind extrem besorgt über den gemeinsamen
Vorstoß von Russland und Syrien, sogenannte „humanitäre Korridore“
für die belagerte Stadt Aleppo einzurichten. Wir halten dieses
Vorhaben nicht für eine humanitäre Hilfsmaßnahme und appellieren an
die „International Syria Support Group“ (ISSG), umgehend alles dafür
zu tun, den brutalen Belagerungszustand und die illegalen Angriffe
auf Zivilisten zu stoppen.

Eine wirkliche humanitäre Hilfsaktion würde die Bewohner von
Aleppo nicht zu der Wahl zwingen, entweder in die Arme ihrer
Angreifer zu fliehen oder in den belagerten und bombardierten
Stadtteilen zu bleiben. Stattdessen müssen Maßnahmen ergriffen
werden, damit die UN den Schutz aller Menschen, die die Stadt
freiwillig verlassen wollen, gewährleistet und überwacht.

Wir befürchten, dass die Korridore eine humanitäre Katastrophe
nicht verhindern, sondern vielmehr die verbleibenden Menschen in
große Gefahr bringen würden. Einen angeblich „sicheren Fluchtweg“
anzubieten, darf nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass die
verbleibenden Menschen zu militärisch legitimierten Zielen werden.
Die Stadt darf nicht zu einem weiteren Ort des Massensterbens werden.

Wenn Russland eine humanitäre Katastrophe in Aleppo abwenden will,
sollte es mit aller Kraft die Forderung der UN unterstützen, dass die
Konfliktparteien wöchentlich eine 48-stündige Feuerpause einhalten.
Nur so lässt sich ein sicherer, ungehinderter und unverzüglicher
humanitärer Zugang gewährleisten – über den Hilfsgüter nach Aleppo
transportiert werden und Menschen freiwillig die Stadt verlassen
können.

Solange Beschuss, Bombardierungen und Kämpfe weitergehen und
solange keine wirklichen vertrauensbildenden Maßnahmen getroffen
werden, kann man nicht erwarten, dass Zivilisten die geplanten
Korridore nutzen. Alle Bemühungen der ISSG müssen sich darauf
hinwirken, auf einen langfristigen Waffenstillstand und eine
sofortige Beendigung der inakzeptablen Angriffe auf Krankenhäuser und
andere zivile Ziele hinzuwirken.

Unterzeichner der Erklärung:

1. ASML
2. AWO International
3. BINAA
4. Bridge of Peace
5. The Council for Arab-British Understanding (CAABU) 6. CARE
International
7. CCFD-Terre Solidaire
8. Christian Aid
9. Doctors of the World UK
10. EuroMed Rights (EMHRN)
11. Global Centre for the Responsibility to Protect
12. GOAL
13. Hand in Hand for Syria
14. Human Appeal International
15. Human Rights and Democracy Media Center „SHASM“ /Palestine 16.
Islamic Relief USA
17. Karam Foundation
18. Montreal Institute for Genocide and Human Rights Studies 19.
NuDay Syria
20. Oxfam
21. Physicians for Human Rights
22. Refugees International
23. Relief & Reconciliation for Syria
24. Relief International
25. Rethink Rebuild Society
26. Save the Children
27. STAND: The Student-led Movement to End Mass Atrocities 28.
Stichting Vluchteling
29. Syria Relief
30. Syria Relief and Development
31. Syrian American Medical Society (SAMS)
32. Tearfund
33. The International Rescue Committee
34. The Syria Campaign
35. Trocaire
36. Vision GRAM-International
37. WATAN
38. WILPF
39. World Vision

Pressekontakt:
AWO International
Vassilios Saroglou
vassilios.saroglou@awointernational.de
Tel.: 030 25292 364

CARE Deutschland-Luxemburg
Sabine Wilke
wilke@care.de
Tel.: 0228 975 63 46

Save the Children Deutschland e.V.
Claudia Kepp
Claudia.kepp@savethechildren.de
Tel.: 030 27 59 59 79 – 280

World Vision
Silvia Holten
Silvia_holten@wvi.org
Tel. 06172 763 – 159

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