BA-Presseinfo Nr. 32: Der Arbeitsmarkt im Juli 2016: Arbeitslosigkeit steigt vor allem aus jahreszeitlichen Gründen

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„Der Arbeitsmarkt hat sich im Juli gut
entwickelt. Mit der einsetzenden Sommerpause ist die Zahl der
arbeitslosen Menschen angestiegen, saisonbereinigt gab es aber einen
Rückgang.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für
Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute in Nürnberg anlässlich der
monatlichen Pressekonferenz.

Arbeitslosenzahl im Juli: +47.000 auf 2.661.000 Arbeitslosenzahl
im Vorjahresvergleich: -112.000 Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
+0,1 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent

Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist von Juni auf Juli um 47.000
auf 2.661.000 gestiegen. Hauptursache für den Anstieg ist die
vorübergehende Sucharbeitslosigkeit junger Menschen. Sie beenden in
den Sommermonaten ihre betriebliche oder schulische Ausbildung und
suchen anschließend eine Stelle. Saisonbereinigt hat die
Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 7.000 abgenommen.
Gegenüber dem Vorjahr waren 112.000 weniger Menschen arbeitslos
gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger
Arbeitsunfähigkeit mitzählt, ist saisonbereinigt um 14.000 gestiegen.
Grund ist die stärkere Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik,
insbesondere durch Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen
Eingliederung sowie durch Dritte geförderte Maßnahmen, beispielsweise
Integrationskurse beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF). Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Juli 2016 auf
3.570.000 Personen. Das waren 12.000 weniger als vor einem Jahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt
ermittelte Erwerbslosigkeit betrug im Juni 1,80 Millionen und die
Erwerbslosenquote lag bei 4,2 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Juli
805.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2015
ergab sich ein Rückgang von 25.000. Insgesamt 761.000 Personen
erhielten im Juli 2016 Arbeitslosengeld, 38.000 weniger als vor einem
Jahr.

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der
Grundsicherung für Arbeit-suchende (SGB II) lag im Juli bei
4.305.000. Gegenüber Juli 2015 war dies ein Rückgang von 51.000
Personen. 8,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im
erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig. In der
Grundsicherung für Arbeit-suchende waren 1.856.000 Menschen
arbeitslos gemeldet, 87.000 weniger als vor einem Jahr. Ein Großteil
der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist nicht arbeits-los. Das
liegt daran, dass diese Personen mindestens 15 Wochenstunden
erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder
sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
sind weiter gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist
die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juni
saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 45.000 gestiegen. Mit 43,67
Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 533.000 höher
aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der
Hochrechnung der BA von April auf Mai saisonbereinigt um 56.000
zugenommen. Mit 31,42 Millionen Personen lag die Beschäftigung
gegenüber dem Vorjahr um 697.000 im Plus. Die Beschäftigung wuchs
dabei in allen Bundesländern und fast allen Branchen.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch.
Im Juli waren 674.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 85.000 mehr
als vor einem Jahr. Saisonbereinigt lag die Nachfrage gegenüber dem
Vormonat mit 3.000 im Plus. Der Stellenindex der Bundesagentur für
Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften
in Deutschland – stieg im Juli 2016 um 1 Punkt auf 217 Punkte.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2015 bis Juli 2016 haben sich 509.600 Bewerber für
eine Berufsausbildung gemeldet. Das waren ähnlich viele wie im
Vorjahreszeitraum (-700). Die Zahl der gemeldeten
Berufsausbildungsstellen liegt mit 511.300 Ausbildungsstellen
deutlich über dem Vorjahr (+16.300). Damit gab es im Juli 2016
bundesweit etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen als gemeldete
Bewerber. Die Chancen auf einen Aus-bildungsplatz hängen sehr vom
Berufswunsch ab. Insbesondere in Hotel- und Gaststättenberufen, in
Bauberufen, in vielen Handwerksberufen wie zum Beispiel
Fachverkäufer(innen) im Lebensmittelhandwerk, Gebäudereiniger(innen),
Fleischer(innen) oder Bäcker(innen) oder auch bei
Berufskraftfahrer(inne)n gibt es mehr Ausbildungs-stellen als
Bewerber. Umgekehrt ist die Lage zum Beispiel in Büro- und
Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in Medienberufen oder in
künstlerisch-kreativen Berufen. Weil der Ausbildungsmarkt im Juli
noch in Bewegung ist, lassen die aktuellen Daten allerdings nur eine
vorläufige Bewertung zu.

Den ausführlichen Monatsbericht finden Sie im Internet unter
http://statistik.arbeitsagentur.de.

Informationen zum Hörfunkservice der Bundesagentur für Arbeit
finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de.

Folgen Sie der Bundesagentur für Arbeit auf Twitter
www.twitter.com/bundesagentur

Pressekontakt:
Bundesagentur für Arbeit
Presseteam
Regensburger Strasse 104
D-90478 Nürnberg
E-Mail: zentrale.presse@arbeitsagentur.de
Tel.: 0911/179-2218
Fax: 0911/179-1487

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