Balkan: „Nur weg!“ / Die Zukunft für Jugendliche auf dem Balkan sieht düster aus

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Hoffnung und Zukunft wolle sie auf dem
Balkan unterstützen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach
Abschluss der Westbalkan-Konferenz gestern. „Das ist längst
überfällig. Wenn das hier so weiter geht, erleben wir einen
–brain-drain–, die totale Abwanderung, junger qualifizierter
Fachkräfte“, sagt die bosnische Programmdirektorin Lejla Cisic, der
SOS-Kinderdörfer. „Unsere Jugendlichen wollen nur noch eins: weg!“.

Laut einer UN-Umfrage sind gut 80 Prozent der Jugendlichen bereit
Bosnien und Herzegowina zu verlassen. In anderen Balkanstaaten wie
Mazedonien, Albanien, Serbien oder Montenegro ist es ähnlich.
Jugendarbeitslosenquoten von bis zu 60 Prozent und Löhne, die die
Versorgung von Familien unmöglich machen, treiben junge Leute in die
westlichen EU-Länder.

„Der Balkan braucht dringend finanzielle Hilfen für eine Reform
des Bildungsbereichs, um Jugendlichen eine Chancen auf dem
Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, appelliert Cisic an die EU-Regierungen.
Laut Studien beendet jedes vierte Kind die Schule nicht. Nicht
weniger als 27 Prozent der Studenten brechen ihr Studium ab. Ein
Grund: Das Schulsystem und die Lehrpläne sind überholt und bereiten
die Heranwachsenden nicht annähernd auf die Anforderungen am
Arbeitsmarkt vor. Weiterbildungsprogramme gibt es kaum. Die blühende
Korruption schreckt viele ausländische Unternehmen ab, langfristig in
den Balkanstaaten zu investieren.

„Wenn wir unsere Jugend weiterhin vernachlässigen, es nicht
schaffen ihnen durch gute Ausbildung eine Zukunft zu geben, wird der
Balkan seine Chance auf Entwicklung verlieren. Von dem für jeden
Fortschritt so wichtigen kreativen Potential der jungen Erwachsenen
werden dann andere Länder profitieren“, meint die SOS-Direktorin.
„Das ist ein irreparabler Schaden für die Gesellschaft.“

Die SOS-Kinderdörfer bereiten Jugendliche auf dem Balkan in
Sozialzentren mit berufspraktischen Trainingsprogrammen, wie Sprach-
und Computerkursen aber auch Unternehmenspraktika auf den
Arbeitsmarkt und die Zukunft vor. In Bosnien haben ehemalige
SOS-Kinder mit anderen Jugendlichen selbst die Initiative ergriffen
und eine eigene Jugend-Hilfsorganisation gegründet. Ziel: Netzwerke
zu Unternehmen zu schaffen und Gleichaltrigen durch Fortbildungen den
Einstieg in den Job erleichtern.

München, 28.8.15

Weitere Informationen:

Katharina Ebel
Kommunikation
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: katharina.ebel@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

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