Benachteiligte junge Menschen landen zu oft in schlecht bezahlten Jobs

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Stuttgart/Freiburg, 18. März – 2015 hat die Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen einen neuen Höchststand erreicht. Dennoch gelingt vielen Jugendlichen in Baden-Württemberg nicht der nahtlose Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung. Häufig haben diese jungen Menschen einen schlechten oder gar keinen Hauptschulabschluss. Sie landen dann oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Darauf macht die Caritas in Baden-Württemberg anlässlich des Josefstages aufmerksam. „Gemeinsam mit Politik und Betrieben eine Brücke hin zu einer Ausbildung zu schlagen, ist unser erklärtes Ziel“, so die Caritasvorstände Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Stuttgart) und Mathea Schneider (Freiburg). Aus ihrer Sicht brauchen die Betriebe wie die Jugendlichen Hilfestellungen, damit die Schulabsolventen zügig in eine Ausbildung kommen und diese auch erfolgreich zu Ende bringen. Nicht aus dem Blick geraten dürften junge Flüchtlinge: eine berufliche Vorqualifizierung an den beruflichen Schulen, Sprachunterricht und ein begleiteter Übergang in eine Ausbildung müsse auch für sie zum Standard werden.

Um den Einstieg in eine Ausbildung zu unterstützen, fordert die Caritas in Baden-Württemberg den flächendeckenden Ausbau des Modellprojekts AV-Dual (Duale Ausbildungsvorbereitung). AV-Dual wurde 2014 in den vier Modellregionen Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis, Mannheim und Weinheim eingeführt. In einem einjährigen Bildungsgang werden hier junge Menschen an beruflichen Schulen durch Schulunterricht mit Betriebspraktika vorbereitet und eng durch einen AV-Begleiter unterstützt. Dahinter steht auch der Gedanke, dass die Praktikanten im Betrieb als Lehrlinge haften bleiben. Erste Erfahrungen zeigen, dass dies gelingt.

Als einen weiteren Baustein im Angebot für Schulabgänger mit schlechtem oder fehlendem Abschluss sieht die Caritas in Baden-Württemberg die Assistierte Ausbildung für einige Jugendliche mit Unterstützungsbedarf. Bei diesem ganzheitlichen Ansatz begleitet ein qualifizierter Träger die Betriebe sowie die Auszubildenden vor und während der Ausbildung. Konfliktprävention und -lösung sind Teil des Angebots. Bei Bedarf erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Bildungsstandard zu verbessern und Schlüsselqualifikationen und Soziale Kompetenzen zu erwerben. Die Caritas Baden-Württemberg bewertet es als sehr gut, dass die Assistierte Ausbildung nach ihrer gesetzlichen Verankerung als Regelangebot gut genutzt und von der Agentur für Arbeit regelmäßig ausgeschrieben wird.

Der Josefstag steht 2016 unter dem Motto „Faire Arbeit – Jugend braucht Perspektive“. Er findet bereits zum zehnten Mal als bundesweiter Aktionstag statt. Die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit in katholischer Trägerschaft laden für diesen Tag Verantwortliche aus Politik und Kirche ein. Sie wollen auf die Ausbildungsnot der jungen Menschen und den Beitrag der Jugendsozialarbeit für bessere Ausbildungschancen aufmerksam machen.

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