Bereit für den Rollenwechsel

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„Sagte man früher, ‚Behinderte’ sollen Bürstenbinder
werden oder in einer Werkstätte Buntstifte sortieren, fordern
Menschen mit Behinderung heute ihr Recht auf Zugang zum ersten
Arbeitsmarkt ein“, so Klaus Candussi und Walburga Fröhlich,
Geschäftsführer von atempo. „Menschen mit Behinderung brauchen keine
Beschäftigung, sie wollen einen Job!“

Texte in leicht verständlicher Sprache

Vor 15 Jahren hat atempo mit Ausbildungen für junge Menschen
gestartet. In der Folge sind Dienstleistungen für Menschen mit
Lernschwierigkeiten hinzugekommen – und damit auch neue Jobs. Unter
der Marke capito werden Texte in leicht verständliche Sprache
übersetzt. Hier gilt: Menschen mit Behinderungen testen selbst, ob
ein Text barrierefrei ist. Die TÜV-zertifizierte Methode ist gefragt,
vor kurzem hat capito in Hamburg eröffnet. Mit dem Angebot „nueva –
Nutzer/innen evaluieren“ wird die Qualität von Wohnhäusern und
Werkstätten überprüft. Für diese Beratungen werden Menschen mit
Behinderung zu Fachkräften ausgebildet und erhalten danach einen
Arbeitsplatz.

Neue Jobs entstehen

atempo gibt „capito“ und „nueva“ in einem Social Franchise-System
weiter, das mehrfach ausgezeichnet und derzeit für den Green
Franchise Award nominiert ist. Das Netzwerk ist mittlerweile auf 21
Partner u.a. in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Wien, Graz und Innsbruck
angewachsen. Mit jedem neuen Partner entstehen bis zu zehn neue
Arbeitsplätze. In der atempo-Gruppe arbeiten heute mehr als 370
Personen; davon 265 mit einer Behinderung.

Melanie Wimmer, 27 Jahre, ist Expertin für Barrierefreiheit und
arbeitet seit drei Jahren bei atempo. Als Rollifahrerin weiß Melanie
Wimmer über Barrieren im Alltag Bescheid. Im capito Team in Graz gibt
sie ihr Wissen in Projekten im Tourismus weiter und übersetzt Texte
in leicht verständliche Sprache. „Ich möchte Menschen mit Behinderung
Mut machen.“

Walter Reisinger, 34 Jahre, hat eine zweijährige Ausbildung zum
Experten für betreute Wohneinrichtungen gemacht und ist seit 15
Jahren Evaluator. Reisinger, der selbst Lernschwierigkeiten hat,
besucht Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Als Evaluator führt
Walter Reisinger Interviews, wertet die Daten aus und veröffentlicht
diese auf der Webseite. „Ich habe früher in einer Werkstätte
gearbeitet und weiß sehr gut, wie es den Befragten geht.“

„Wenn wir eine inklusive Gesellschaft wollen, müssen wir bereit
sein, alte Strukturen aufzubrechen“, sagen Klaus Candussi und
Walburga Fröhlich. Ihre Vision: „Alle Menschen können
gleichberechtigt miteinander leben, lernen und arbeiten, egal ob mit
oder ohne Behinderung.“

atempo wurde 2000 in Graz (Österreich) von Klaus Candussi und
Walburga Fröhlich gegründet. Mit den Marken capito und nueva gilt
atempo als Vorreiter für Barrierefreiheit und Pionier für Social
Franchise im deutschsprachigen Raum. Das atempo Netzwerk hat 21
Partner in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Region Bodensee, Nordbayern,
Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Klagenfurt. www.atempo.at

Rückfragehinweis:
Peter Sitte, com_unit
peter.sitte@comunit.at
mobil +43 664 3405996

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