BERLINER MORGENPOST: Der Zoo muss ans Netz – Kommentar von Ulrich Kraetzer

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Nun hat also auch Verkehrssenator Andreas Geisel in
den Chor derjenigen eingestimmt, die für die Wiederbelebung des
Bahnhofs Zoo als Fernbahnhof sind. Der SPD-Politiker hat seine
Forderung nicht etwa auf einem Parteitag erhoben, wo so mancher
Vorschlag beklatscht wird, danach aber in der Versenkung
verschwindet. Nein, mit der Rede auf der Festveranstaltung zum
zehnjährigen Bestehen des Hauptbahnhofs hat Geisel Druck aufgebaut.
Bahn-Chef Grube stand während Geisels Ansprache nur wenige Meter
entfernt.

Sollte man das als Wahlkampfgetöse abtun? Mitnichten! Denn seit
der Schließung des Bahnhofs Zoo als Fernbahnhof hat sich einiges
getan und einige Argumente, die im Jahr 2006 für die Abkoppelung
gesprochen haben mögen, sind heute nicht mehr gültig.

So hatte die Bahn damals die Befürchtung, dass der für gut eine
Milliarde Euro errichtete Hauptbahnhof mit seinen vielen Geschäften,
die dem Verkehrsunternehmen Geld bringen sollten, von den Berlinern
nicht angenommen werden könnte. Mittlerweile ist der Hauptbahnhof mit
rund 300.000 Reisenden und Besuchern aber fest etabliert. Der Zoo
wäre eine Ergänzung – keine Konkurrenz.

Dennoch sieht die Bahn eine Wiederaufnahme des ICE-Verkehrs am Zoo
skeptisch. Denn die Züge drohten bei einem weiteren Halt unpünktlich
zu werden. Überzeugen kann auch dieses Argument nicht. Denn viele
Fernzüge verkehren, anders als 2006, nicht mehr auf der Stadtbahn,
sondern auf der Nord-Süd-Strecke. Ein Halt am Zoo, mitten in der
wiedererstarkten City West, sollte also machbar sein.

Der ganze Kommentar im Internet unter: www.morgenpost.de/207615755

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

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