Berliner Zeitung: Kommentar zu den Wahlen in Großbritannien und Frankreich und dem Wahlkampf in Deutschland

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Corbyn und Macron verbindet bei aller
programmatischer Unterschiedlichkeit eines: Sie verfügen über
Glaubwürdigkeit, die härteste Währung der Politik. Wie verhält es
sich damit bei Martin Schulz? Als er Anfang des Jahres die Führung
der SPD übernommen hat, klang er ein wenig wie Jeremy Corbyn. Er
inszenierte sich als Kämpfer für die Abgehängten und für die hart
arbeitenden Menschen, er ging auf Distanz zu Schröders Agenda 2010
und er deutete auf einen Bündnispartner für eine solche Politik: Die
Linke. Doch schon nach der enttäuschenden Saarland-Wahl zeigte sich,
dass dahinter keine Überzeugung, sondern nur Taktik stand. Als die im
ersten Anlauf nicht funktioniert hat, steuerte die Schulz-SPD flugs
wieder um. Nun ist plötzlich die FDP ein Wunschpartner und die
Vermögensteuer wieder Teufelszeug. Deshalb kritisieren
Sozialdemokraten Beschlüsse des Linken-Parteitages vom Wochenende,
die ganz auf der Linie von Corbyns Partei liegen, deren Erfolg sie
wiederum bejubeln. Wer soll das nachvollziehen?

Pressekontakt:
Berliner Zeitung
Redaktion
christine.dankbar@dumont.de

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