Betriebliche Altersversorgung in kleinen und mittleren Unternehmen: Opting-out-Modell als Chance – Großer Nachholbedarf im Mittelstand (FOTO)

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Betriebliche Altersversorgung (bAV) für alle, gerade auch für
Geringverdiener und Teilzeitbeschäftigte: Um dieses Ziel zu
erreichen, setzt der Mittelstand in Deutschland große Hoffnungen auf
das Opting-out-Modell. Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten
kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sind überzeugt, dass
ein kollektives Einbeziehen der Arbeitnehmer in die bAV mit
individueller Widerspruchsmöglichkeit die Verbreitung deutlich
steigern kann. Dies zeigt die aktuelle Untersuchung „bAV-Kompass
Mittelstand“ der Universität Leipzig im Auftrag der R+V Versicherung.

Opting-out-Modell ist erste Wahl für den Mittelstand

„Ein gutes Beispiel sind die USA: Hier liegt die Beteiligungsquote
dank Opting-out bei über 80 Prozent. Dies schafft eine
flächendeckende Versorgung über alle Unternehmensgrößen und Branchen
hinweg“, so Frank-Henning Florian, Vorstandsvorsitzender der R+V
Lebensversicherung AG. „Wir als Versicherer wünschen uns daher von
der deutschen Politik einen rechtlichen Rahmen, der insbesondere den
kleinen und mittleren Unternehmen Sicherheit gibt, ein
Opting-out-Modell einzuführen. Dies könnte der betrieblichen
Altersversorgung einen neuen Schub verleihen. Die
Versicherungsunternehmen stehen dafür der Wirtschaft und der Politik
als Partner bereit.“

Gesetzliche Grundlage für Opting-out-Modell würde helfen

Eine solche Lösung käme auch bei den Unternehmen gut an: „Wenn es
um die bAV-Beratung geht, dann vertraut der Mittelstand in erster
Linie spezialisierten bAV-Beratern (57 Prozent) und
Versicherungsunternehmen (47 Prozent)“, so Prof. Dr. Fred Wagner vom
Institut für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig.
Aktuell können sich 35 Prozent der Firmen die Einführung von
Opting-out in ihrem Betrieb vorstellen, 13 Prozent haben sich das
Modell bereits näher angeschaut. Noch deutlich größer wäre die
Zustimmung, wenn es eine gesetzliche Grundlage für Opting-out gäbe.
Denn für viele Unternehmen ist das Modell aktuell noch stark
erklärungsbedürftig: Häufig wird es als bevormundend empfunden,
obwohl natürlich für den einzelnen Arbeitnehmer eine
Widerspruchsmöglichkeit besteht.

Arbeitgeberhaftung sehen nur wenige mittelständische Firmen als
Hürde

Überraschendes Ergebnis: Die oftmals als bAV-Hemmnis genannte
Haftung des Arbeitgebers spielt für die Unternehmen hingegen nur eine
untergeordnete Rolle; weniger als ein Fünftel der Unternehmen sieht
diese als Hürde an. Zwar bietet fast jedes kleine und mittlere
Unternehmen in Deutschland eine bAV an, denn seit 2002 besteht ein
Rechtsanspruch darauf. Aber die Mehrzahl der Beschäftigten nutzt
diesen Anspruch nicht. Wie der „bAV-Kompass Mittelstand“ zeigt, liegt
die bAV-Quote bei einem Drittel der Unternehmen unter 20 Prozent, bei
einem weiteren Viertel nur zwischen 20 und unter 40 Prozent der
gesamten Belegschaft. Das ist deutlich niedriger als in
Großunternehmen und liegt auch unter dem Schnitt der gesamten
deutschen Wirtschaft, wo die bAV-Quote bei 60 Prozent seit einigen
Jahren stagniert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vor allem
begrenzte Budgets der Arbeitnehmer werden in der Studie genannt, aber
auch ein mangelnder Wissensstand über die Vorteile der bAV und das
Gefühl, dass bAV kompliziert ist. „Gerade im Mittelstand besteht
akuter Handlungsbedarf“, so Frank-Henning Florian. „Vor allem bei den
Mitarbeitern muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.“

Vor allem Geringverdiener bisher unterversorgt

Gerade in der Gruppe der unter 30-Jährigen ist die
bAV-Durchdringung mit nur 12 Prozent der Berechtigten im Mittelstand
bisher stark unterrepräsentiert. „Dabei sind sie es, die den
demografischen Wandel und seine finanziellen Folgen für die
Altersversorgung besonders hart zu spüren bekommen werden“, so der
Studienleiter Prof. Dr. Fred Wagner. Ein ähnliches Bild bietet sich
auch beim Einkommen: Beschäftigte mit eher geringen Jahreseinkommen
unter 25.000 Euro machen nur 11 Prozent aller bAV-Nutzer aus. Da die
bAV im Mittelstand bisher vorwiegend arbeitnehmerfinanziert ist,
fehlt den Beschäftigten mit niedrigen Einkommen oftmals das Geld für
eine bAV. Durch einen Arbeitgeberzuschuss, beispielsweise in Höhe der
gesparten Lohnnebenkosten, würde dieses Modell weiter an
Attraktivität gewinnen.

Untersuchungsmethode der Studie

Für den „bAV-Kompass Mittelstand“ wurden von der V.E.R.S. Leipzig
GmbH (Spin-off des Instituts für Versicherungswissenschaften e.V. an
der Universität Leipzig, Prof. Dr. Fred Wagner) bundesweit 48
Interviews mit Entscheidungsträgern und leitenden Repräsentanten
kleiner und mittlerer Unternehmen durchgeführt, davon 39 als
Vor-Ort-Interviews und neun als Telefoninterviews. Die Interviews
dauerten jeweils 90 Minuten. Die Befragung fand von Juli 2014 bis
März 2015 statt.

Die Studienergebnisse finden Sie als Kurz- und Langfassung auf
www.presse.ruv.de

Microsite mit multimedialem Material zur honorarfreien
redaktionellen Verwendung:
http://bav-kompass-mittelstand.na-smartsite.de

Pressekontakt:
Dr. Karsten Eichner
Konzern-Kommunikation
Raiffeisenplatz 1
65189
Wiesbaden
Tel.: 0611-533-4490
Fax: 0611-533-774490
Karsten.Eichner@ruv.de

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