Betriebsökonom Claudio Capaul verstärkt Menschen für Menschen Schweiz (FOTO)

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Menschen für Menschen Schweiz hat sein Team um einen ausgewiesenen
Finanzfachmann verstärkt. Seit November zeichnet der Zürcher
Betriebsökonom Claudio Capaul, 36, für die Bereiche Finanzen und
Controlling verantwortlich. Eine erste Inspektionsreise führte ihn
bereits in die äthiopischen Projektgebiete. „Die Armut in den
städtischen Slums traf mich wie ein Schock“, berichtet Capaul nach
seiner Rückkehr ins Zürcher Büro der Stiftung. „Gerade die Lage der
Kinder ist schwer erträglich.“ Umso wichtiger sei es, dass die
Stiftung ihre Mittel effizient einsetze, um möglichst viele
Lebenschancen zu eröffnen, betont der Finanzexperte.

Nach einem Studium der Betriebsökonomie an der Zürcher Hochschule
für angewandte Wissenschaften arbeitete Capaul unter anderem für die
Credit Suisse, für den Reiseveranstalter Kuoni und zuletzt als Leiter
Finanzen bei einem Vermögensverwalter. In seinem neuen
Verantwortungsbereich bei Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe komme ihm
zugute, dass er immer in einem internationalen Umfeld gearbeitet
habe, sagt Claudio Capaul: „Wenn ich etwas erreichen will bei anderen
Menschen, macht der Ton die Musik, und die ist nicht in allen
Kulturen gleich.“

Seine interkulturelle Kompetenz ist bei der Arbeit mit den lokalen
Partnern von Menschen für Menschen in Äthiopien wichtig. Die Stiftung
arbeitet eng mit einheimischen Entwicklungshilfe-Organisationen
zusammen. Deren Effizienz zu überprüfen und gegebenenfalls zu
steigern, gehört zu den Monitor-Aufgaben von Claudio Capaul. In
vierteljährlichen Berichten weisen die äthiopischen Partner ihre
Tätigkeiten und Ausgaben nach. „Unsere Partner arbeiten nicht nur
fachlich, sondern auch buchhalterisch auf einem hohen Niveau“, zieht
Capaul ein erstes Fazit. „Doch sehe ich mich auch als Coach, der die
Finanzberichterstattung in Details noch transparenter und
aussagekräftiger zu machen hat.“

Die Armut in den städtischen Slums habe ihn als zweifachen Vater
schwer getroffen, sagt der Betriebsökonom. Etwa in der Stadt Debre
Berhan, wo die Stiftung 1000 Kindern aus den ärmsten Familien
Lebenschancen eröffnet. Die Familien sind so arm, dass sie ihren
Kindern nicht einmal Hefte und Stifte kaufen können – also bleiben
die Kinder der Schule fern. „Sie leben in Hütten aus Ästen, Pappe und
Plastikplanen auf wenigen Quadratmetern, oft mit Hühnern in einem
Raum. Nicht nur die Mütter, auch schon die Kinder haben häufig einen
leeren Blick“, berichtet Capaul. „Diese Eindrücke haben mich derart
verfolgt, dass ich einige Nächte kaum schlafen konnte.“ Das Projekt
der Schweizer Stiftung setzt breit an, um die Lage zu bessern, unter
anderem mit Nahrungsmitteln, beruflicher Förderung für die Eltern,
aber auch mit einfachen Beihilfen wie Schulmaterialien.

In der Stadt Shewarobit, wo Zehntausende Menschen keinen Zugang zu
Sanitäranlagen haben und die Hälfte der Krankheiten auf die
katastrophale Hygienesituation zurückzuführen ist, überzeugte sich
Capaul vom Fortschritt des sogenannten WASH-Projekts der Stiftung.
Die Abkürzung WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene.
„Bislang gibt es im Rahmen des Projekts 13 Baustellen, es entstehen
dort Gemeinschaftstoiletten und sogenannte WASH-Cafés“, erklärt
Capaul. In diesen Cafés können die Gäste für einen kleinen Obolus
Toiletten und Duschen benutzen. Die Abwässer werden in Tanks
gesammelt. Das dort entstehende Biogas wird für die Herde der Cafés
genutzt: ein innovatives Konzept, das nicht nur die Sanitärversorgung
verbessert, sondern auch Arbeitsmöglichkeiten für alleinerziehende
Mütter schafft.

Von Shewarobit ging die Inspektionsfahrt weiter in die
Danakil-Senke. In dieser wüstenartigen Tiefebene leben Nomaden vom
Stamm der Afar. Derzeit leiden sie und ihre Herden besonders unter
der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren. Die Schafe und Ziegen finden
wenig Futter, magern ab und sind unverkäuflich – damit fehlt den
Menschen Geld, um Grundnahrungsmittel zu kaufen. „Wir fuhren durch
eine mondähnliche Landschaft, durch die Kamele streiften“, erzählt
Claudio Capaul. „Doch plötzlich erreichten wir grüne Felder!“ Ein
lokaler Partner von Menschen für Menschen baute im Distrikt Subuli an
einem der wenigen Flüsse Bewässerungskanäle und schuf so einen Garten
Eden. Nun will die Stiftung weitere solcher Projekte ermöglichen, um
den Nomaden Einkommens- und Überlebensalternativen zu ihrer
regenabhängigen Viehzucht zu bieten.

„Die angestossenen Projekte sind jedes für sich absolut sinnvoll
und stringent“, urteilt Claudio Capaul, „und unsere äthiopischen
Partner zeichnen sich durch hohes Engagement aus.“ In einzelnen
Afar-Gebieten sei aber die Ernährungslage für die Nomadenfamilien
bereits kritisch. Es steht zu befürchten, dass sich die Situation
Anfang des kommenden Jahres weiter verschlimmere, weil kein Regen in
Sicht sei. Dann bräuchten gerade die Kinder unter fünf Jahren
unbedingt Nahrungsmittelhilfen, sagt Capaul: „Derzeit untersuchen
wir, wo diese Nothilfe am dringlichsten ist und wie wir sie
organisieren können.“

Weitere Informationen über die Schweizer Stiftung, ihre Arbeit und
Projekte sowie aktuelle Bildtstrecken erhalten Sie unter
www.menschenfuermenschen.ch.

Pressekontakt:
Herr Kelsang Kone, Leiter Kommunikation
k.kone@mfm-schweiz.ch, Tel.: +41 43 499 10 60

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