BGA: Globalisierung in der Krise – Außenhandel greift trotzdem nach neuen Rekorden und wirbt für offene Märkte, für Europa und für weniger Steuern

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„Die Globalisierung steckt in der Krise. Alleine
der Begriff macht vielen Menschen Angst und die Offenheit gegenüber
dem Freihandel sinkt, und zwar nicht nur in Deutschland. Tatsache ist
aber auch, dass wir dank der Möglichkeiten der Globalisierung in den
vergangenen 30 Jahren extrem erfolgreich gewesen sind und dass – wenn
wir aufpassen – es auch die nächsten 30 Jahre sein werden. Dafür
müssen insbesondere die Weltmärkte offen bleiben! Die notwendigen
Rahmenbedingungen wollen und müssen wir aktiv gestalten! Uns ist
bewusst, dass wir damit im Widerspruch zur veröffentlichten Meinung
und zur derzeitigen Mehrheitsmeinung stehen, was etwa das angestrebte
transatlantische Abkommen TTIP betrifft.“ Dies erklärt Anton F.
Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,
Dienstleistungen e. V. heute in Berlin anlässlich der
Herbstpressekonferenz des Verbandes zur Entwicklung des deutschen
Außenhandels.

Trotz Abkühlung auf Rekordkurs

Derweil kühlen sich die Außenhandelsaktivitäten auf absehbare Zeit
weiter ab. An allen Ecken und Enden der Welt kriselt es, nicht
zuletzt vor den Toren Europas und auch innerhalb unseres wichtigsten
Kernmarktes. Vor dem Hintergrund der daraus resultierenden
Verunsicherung und Zurückhaltung erwartet der BGA für dieses Jahr bei
den Ausfuhren immerhin noch ein kleines Wachstum von maximal zwei
Prozent auf 1.220 Milliarden Euro – und damit trotz aller Sorgen
einen neuen Rekord der deutschen Ausfuhren. Gleiches gilt auch für
die Einfuhren, wobei der Anstieg dort insbesondere aufgrund von
Preiseffekten lediglich um 0,5 Prozent auf 953 Milliarden Euro
betragen wird.

Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld wird sich auch in den
kommenden Monaten fortsetzen. So stehen alleine in Europa zahlreiche
Wahlen und wichtige Entscheidungen mit völlig ungewissem Ausgang an,
etwa in Italien, den Niederlanden, Frankreich und in Deutschland.
Auch bleibt abzuwarten, wie die Weichen in Bezug auf den Brexit
gestellt werden. Daher geht der BGA davon aus, dass 2017 mit einem
Wachstum der Ausfuhren von höchstens zweieinhalb Prozent auf dann
1.250 Milliarden Euro gerechnet werden kann. Einfuhrseitig wird ein
Anziehen der Energie- und Rohstoffpreise erwartet, so dass er dort
mit einem Wachstum von 1,5 Prozent auf 967 Milliarden Euro rechnet.

Betrachtet man die Aufteilung unserer Ausfuhren nach Güterarten,
so mussten sowohl bei den chemischen Erzeugnissen als auch bei den
Maschinen im ersten Halbjahr Rückgänge hingenommen werden. Lediglich
im Bereich der Kraftwagen und Kraftwagenteile konnte noch ein Zuwachs
von 2,2 Prozent im Vorjahresvergleich erzielt werden.

Die Entwicklung bei den wichtigsten Einfuhrgütern – Kraftwagen und
Kraftwagenteile, Datenverarbeitungsgeräte sowie Maschinen – spiegelt
das geringe Importergebnis nicht wieder: So stiegen die Einfuhren bei
den Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 7,9 Prozent und bei Maschinen
um 1,3 Prozent. Lediglich die Einfuhren von Datenverarbeitungsgeräten
sanken leicht um minus 0,1 Prozent.

Für offene Märkte, für Europa, für weniger Steuern

„Trotz großer Herausforderungen müssen wir keine Angst vor der
Zukunft haben! Die deutsche Wirtschaft, wir sind enorm stark! Wir
können so viele Dinge exklusiv, die andere nicht können, so dass wir
immer auf eine Nachfrage stoßen werden. Die Welt braucht uns 80
Millionen Deutsche in den Bereichen Ingenieurskunst, technische
Lösungen und Vieles mehr. Bester Beweis ist die Vergangenheit: Obwohl
wir eigentlich schon seit 10 Jahren auf dem absteigenden Ast sein
müssten, weil viele Schwellenländer heute zu gigantischen
Industrienationen geworden sind und uns China, Brasilien und andere
längst überholt haben sollten. Fakt ist ganz etwas anderes: dass wir
immer mehr Umsätze machen, weil auf der ganzen Welt immer mehr –Made
in Germany– gebraucht wird. Deshalb braucht sich niemand ängstigen.
Auch unsere Enkel werden noch riesige Erfolge auf den Weltmärkten
haben“, so der BGA-Präsident und weiter:

„Wenn wir die Weltmärkte sichern wollen, brauchen wir insbesondere
Europa, unseren wichtigsten Kernmarkt. Europa zu verlieren,
verkraften wir nicht! Wir haben es mit politischen Phänomenen zu tun,
die man national nicht lösen kann. Ich nenne nur den Terrorismus, der
nicht aufhören sondern zunehmen wird, das Thema Immigration und die
Aggression aus der islamischen Welt und Russland. Alle diese Themen
lassen sich nur supranational lösen.“

„Nicht zuletzt brauchen wir, die Motivation unserer
leistungsbereiten Mitarbeiter, die unsere Unternehmen, die die
deutsche Wirtschaft in Schwung halten. Sonst sind wir nicht mehr
erfolgreich. Nach 10 Jahren Aufschwung, in denen sich die
Steuereinnahmen verdoppelt haben, womit vor allem eine Konsolidierung
des Haushalts finanziert wurde, aber auch teure Wahlgeschenke, wie
die Mütterrente und die Rente mit 63, ist es überfällig, nun
zumindest einen Teil der Mehreinnahmen denen zu lassen, die sie
bezahlen müssen, anstatt sie in neue sogenannte soziale Wohltaten zu
stecken und die Umverteilungsschraube noch weiterzudrehen. Wir wollen
deshalb nicht mehr Geld für die Unternehmen, wir wollen mehr Geld für
die Leute in unseren Unternehmen, die unsere Unternehmen
voranbringen“, so Börner abschließend.

32, Berlin, 4. Oktober 2016

Pressekontakt:
Ansprechpartner:
André Schwarz
Pressesprecher
Telefon: 030/ 59 00 99 520
Telefax: 030/ 59 00 99 529

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