Bilanz 2014 der Projektarbeit von Menschen für Menschen in Äthiopien: Gemüse und Honig als neue Einkommensquellen

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Die Landwirtschaft ist für die große Mehrheit der
Äthiopierinnen und Äthiopier nach wie vor die wichtigste
Einnahmequelle. Die Stiftung Menschen für Menschen hilft den
Bauernfamilien in Äthiopien, indem sie unter anderem Wissen über
effektivere Anbau- und Bewässerungsmethoden sowie über Viehwirtschaft
vermittelt. Dafür setzt Menschen für Menschen Hilfsmittel, wie
beispielsweise besseres Saatgut oder produktivere Hühner ein.
Außerdem vermittelt Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
(www.menschenfuermenschen.de) in entsprechenden Schulungen Maßnahmen
zum Erhalt der natürlichen Ressourcen. Dazu gehören Aktivitäten gegen
die Erosion und das Auslaugen der Böden.

Insgesamt wurden von der Stiftung Menschen für Menschen –
Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe im Jahr 2014 im Bereich Agrarökologie
1.053.894 Euro in Äthiopien eingesetzt. Damit wurden unter anderem
1.207 Kilometer Feldterrassen zur Erosionseindämmung und
Wasserkonservierung angelegt, 40 neue Baumschulen eröffnet und 17,38
Millionen Baumsetzlinge ausgepflanzt. 4.979 Bauern lernten in
Trainings verbesserte Methoden zum Beispiel zum Erosionsschutz,
Ackerbau, Gemüseanbau und zur Viehzucht kennen.

„Gemeinsam mit den Bauern und Bäuerinnen wollen wir die
landwirtschaftliche Produktivität steigern. Dadurch erreichen wir
eine ausgewogene und gesunde Ernährung der Menschen und zusätzlich
gewinnen die Familien Einnahmequellen durch den Verkauf ihrer
Erzeugnisse auf dem Markt“, erklärt Peter Renner, Vorstand der
Stiftung und unter anderem zuständig für die Projektarbeit in
Äthiopien, die Ziele der Hilfsmaßnahmen im Bereich der Agrarökologie.
Renner weiter: „Wer jedes Jahr um seine Ernte bangen muss, geht
verständlicherweise ungern Risiken ein. Deswegen sind manche Bauern
neuen Anbaumethoden gegenüber anfangs oft skeptisch eingestellt,
zumal damit in der Regel auch Investitionen verbunden sind.“ Um
dieser Skepsis zu begegnen, arbeitet Menschen für Menschen mit
einheimischen Entwicklungsberatern (Development Agents) zusammen. Sie
leben in den Gemeinden, überzeugen die Bauernfamilien von den
Vorteilen effektiverer und nachhaltiger landwirtschaftlicher Methoden
und wenden diese gemeinsam mit ihnen an. „Zu Beginn arbeiten wir
meist mit einzelnen innovationsbereiten Bauern und Bäuerinnen
zusammen, die für einen Umstieg bereit und dann Vorbild für mögliche
Nachahmer sind“, betont Peter Renner.

Gemüse und Honig im Projektgebiet Dano

Im Projektgebiet Dano, in der Gemeinde Gida Abu, haben sich zwei
solcher Pioniere gefunden: Bauer Gussa Berhatu, 50 Jahre alt, hat in
einer Schulung von Menschen für Menschen nicht nur die Anbaumethoden
für verschiedene Gemüsesorten, sondern überhaupt erst Gemüse als
gesundes und schmackhaftes Nahrungsmittel kennengelernt.

2013 hat er erstmals – zusammen mit vier anderen Bauern – am Fluss
Dobi Aufzuchtbeete angelegt. Nach einem Monat wurden die Pflänzlinge
aufgeteilt und von den Bauern auf ihrem eigenen Land eingepflanzt.

2014 arbeiteten sie in der zweiten Saison und haben inzwischen 38
Nachahmer gefunden. Sie haben unter anderem erfolgreich Zwiebeln,
Tomaten und rote Beete gezogen, erzählt stolz Bauer Gussa. Damit kann
sich die Familie ausgewogener ernähren. Gleichzeitig sind seine
Einnahmen gestiegen, so dass er seinen acht Kindern Kleidung kaufen
und die vier großen Kinder in die Schule schicken kann.

Berhanu Fayessa, 38, ist Imker in Gida Abu. Er hat in einer
Schulung von Menschen für Menschen gelernt, wie man Holzkästen
(Beuten) für Bienenstände baut, aus denen der Honig einfacher zu
ernten ist. Jetzt wird Berhanu bei der Ernte nicht mehr so schwer
zerstochen, und die Behausung der Bienen bleibt erhalten. Die
sogenannten „Transitional Bee Hives“ werden an leicht zugänglichen
Orten aufgestellt. Berhanu weiß jetzt auch, wie sich durch Erhitzen
Wachs und Honig besser trennen lassen. Dadurch gewinnt er reineren
Honig, der mehr wert ist: Früher hat er auf dem Markt 30 Birr für ein
Kilo Honig erhalten. Jetzt sind es 70 Birr (etwa 3 Euro). Überdies
kann er mit den verbesserten Bienenstöcken mehr als doppelt so viel
ernten wie früher: Rund 14 Kilo Honig holt er pro Jahr aus einem
Stock.

2014 haben in der Region Dano insgesamt 1.020 Bauern und
Bäuerinnen an landwirtschaftlichen Schulungen teilgenommen.

Weitere Informationen über die erfolgten Maßnahmen finden Sie im
Jahresbericht 2014 auf der Homepage von Menschen für Menschen
(www.menschenfuermenschen.de).

Spendenkonto
Stiftung Menschen für Menschen
Stadtsparkasse München
SWIFT (BIC): SSKMDEMM
IBAN: DE64701500000018180018
www.menschenfuermenschen.de

Über Menschen für Menschen:

Am 16. Mai 1981 legte der damalige Schauspieler Karlheinz Böhm mit
seiner legendären Wette in der Sendung „Wetten, dass..?“ den
Grundstein für seine Äthiopienhilfe. Am 13. November 1981 gründete er
die Stiftung Menschen für Menschen. Seitdem leistet die Organisation
Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen sogenannter
integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für
Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen
Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Die
Stiftung trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für
soziale Fragen (DZI). Bei einer Untersuchung von
Spendenorganisationen der Stiftung Warentest für die Ausgabe 11/2014
der Zeitschrift Finanztest schnitt Menschen für Menschen „besonders
gut“ ab. Die Wertung „sehr gut“ erhielt die Stiftung bei einem
Transparenz-Test (2014), der von der gemeinnützigen und unabhängigen
Phineo AG in Kooperation mit Spiegel online durchgeführt wurde.

Pressekontakt:
Stiftung Menschen für Menschen
Erich Jeske
Brienner Straße 46
80333 München
E-Mail: erich.jeske@menschenfuermenschen.org
Tel.: +49 89 383979-60
Fax: +49 89 383979-70

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