Bildung und Mehrsprachigkeit: Vielfalt als Chance nutzen

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(Bildquelle: Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH)
 

Nicht nur das Thema der neunten Fachtagung Sprache im Congress Centrum Heidenheim lautete „Vielfalt als Chance“. Vielfältig war auch das Angebot. Die Veranstaltung richtete sich gezielt an Lehrer, Sprachförderkräfte und Fachkräfte aus Kommunen und Kitas. Aufschlussreiche Plenarvorträge, Mitmach-Workshops, lebhafte Diskussionsrunden und die Begleitmesse lieferten den 380 Teilnehmer/innen jede Menge Anregungen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag. Im Fokus stand in diesem Jahr der Umgang mit Mehrsprachigkeit in Kita und Schule.

Veranstalter der renommierten Tagung waren die Peter Sauber Agentur und die Stadt Heidenheim, in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Der Heidenheimer Oberbürgermeister Bernhard Ilg zog eine positive Bilanz: „Dem Motto der diesjährigen Fachtagung sind wir erneut in hohem Maß gerecht geworden, ging es doch um „Vielfalt als Chance – Zum Umgang mit Mehrsprachigkeit!“. Wir in Heidenheim verstehen die durch die Zuwanderung entstehende Vielfalt als Chance und möchten diese nutzen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es jedenfalls wieder eine interessante und lehrreiche Tagung!“

Insgesamt gestalteten 22 Referenten/innen die vier Themenportale: „Doppelter Erstspracherwerb“, „Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“, „Didaktische Ansätze im Kontext Neuer Migration“ und „Bewegte Sprache“.

Namhafte Plenar-Redner wie Bestseller-Autor Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer vom Universitätsklinikum Ulm und der Präsident des Didacta Verbandes Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis vermittelten in Impulsvorträgen neueste Erkenntnisse der Bildungsforschung. Dr. Ilse Wehrmann zeigte in ihrem Beitrag, wie Mehrsprachigkeit in der Kita verankert werden kann.

Eine aktive Diskussion mit den Referent/innen und wechselnden Teilnehmer/innen auf dem Podium sorgte für einen angeregten Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Einig waren sich alle: Mehrsprachigkeit ist eine Chance. Chancengleichheit setzt jedoch eine möglichst frühe, kindgerechte Sprachförderung voraus.

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan bereicherte das Programm mit seiner Expertise zu den Themen Integration und Migration. Besonders erfreut waren die vor allem weiblichen Zuhörer von der Abschlussbemerkung von Prof. Dr. Uslucan: „Kluge Menschen leben länger. Frauen leben länger. Kluge Frauen leben am längsten.“

Workshops und interaktive Seminare zeigten konkrete Methoden auf, mit denen mehrsprachige Kinder gefördert werden können. Ein besonderes Augenmerk lag auf spielerischen, kreativen Ansätzen. Durch den Mitmachcharakter begeistert hat einmal mehr der Workshop von Peter Pastuch, in dem die Teilnehmer/innen selbst Materialien
ausprobierten. Spielerisch wurden Wörter in Silben zerlegt und gleichzeitig Koordination und Geschicklichkeit durch Bewegung trainiert. „Ein wunderbarer Workshop“, freute sich eine Teilnehmerin hinterher. Sie werde es gleich am Montag mit den Kindern in ihrer Kita ausprobieren. Und das Tolle: „für diese Aktivitäten ist kaum Vorbereitung nötig“, es könne gleich und überall umgesetzt werden.

Auch beim Sprech- und Stimmworkshop von Prof. Marc Aisenbrey lernten die Teilnehmer/innen Nützliches für den beruflichen Alltag. Er verdeutlichte anhand aktiver Lockerungs- und Beweglichkeitsübungen, wie man Raum für die eigene Stimme schafft, um diese optimal nutzen zu können.

„Es wurde intensiv gearbeitet, aber wir haben den Teilnehmer/innen auch ausreichend Gelegenheit gegeben, untereinander ins Gespräch zu kommen, so zum Beispiel bei der Abendveranstaltung in lockerer Atmosphäre. Eine gute Veranstaltung lebt schließlich auch vom Netzwerken und Erfahrungstausch“, so Veranstalter Peter Sauber.

Viele Anregungen für Sprachförderkräfte bot die begleitende Messe mit u.a. pädagogischen Spielsachen, kindgerechten Sprachlernmittel, Büchern, Noten und Musikbüchern – die Auswahl der gezeigten Produkten und Dienstleistungen war groß.

Für Auflockerung im Programm sorgte der Auftritt des bekannten Fernseh-Kabarettisten Fatih evikkollu. Er selbst ist zweisprachig aufgewachsen und kann aus eigener Erfahrung berichten. „Im Türkischen gibt es ein Sprichwort: „Bir lisan bir isan“ und bedeutet „Je mehr Sprachen man spricht, desto mehr Menschen vereinigt man in sich“. Mehrsprachigkeit ist ein Gewinn, ein Geschenk, dessen Wert man später erst erfährt, denn Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, so Fatih Cevikkollu, der in Köln geboren und aufgewachsen ist.

Die nächste Fachtagung Sprache findet vom 12. bis 13. Mai 2017 statt. Bei der Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr dürfen sich die Teilnehmer/innen schon jetzt auf ein Best of freuen. Thema 2017: „Fachtagung Sprache: Themen der Zukunft – ein best of 10 Jahre Fachtagung“.

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