Bioland fordert Pestizidverbote: Keine Neuzulassung von Glyphosat und Neonikotinoiden

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Pestizide schaden unserer Gesundheit, zerstören die
Artenvielfalt und machen Bauern abhängig von Chemiekonzernen.
Trotzdem landen immer mehr Gifte auf den Äckern. Bioland fordert
deshalb einen Ausstieg aus der Zulassung besonders gefährlicher
Gifte und eine Pestizidabgabe nach dem Verursacherprinzip. „Wir
müssen den dramatischen Artenverlust stoppen und den Einsatz von
Pestiziden stark einschränken“, sagt Jan Plagge, Präsident von
Bioland.

Bioland fordert dringend den Pestizidwirkstoff Glyphosat nicht
mehr zuzulassen. Besser bekannt ist Glyphosat unter dem Namen Roundup
der Firma Monsanto, das Pestizid wird auf 40 Prozent der deutschen
Äcker meist vor der Aussaat ausgebracht und tötet auch alle
Wildpflanzen ab. An dem dramatischen Artenverlust hat der breite
Pestizideinsatz insbesondere auch von Breitbandherbiziden einen
wesentlichen Anteil. Auch zum Schutz der Bevölkerung ist ein Verbot
zwingend notwendig: Die Internationale Agentur für Krebsforschung
(IACR) der WHO stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend“
ein. Glyphosat ist das meist verkaufte Totalherbizid weltweit.

Eine weitere Folge des Pestizideinsatzes ist das Bienensterben.
2008 verendeten in Deutschland über 11.000 Bienenvölker an dem
Pestizid-Wirkstoff Clothianidin. Aber auch für viele andere Insekten
sind hochwirksame Pestizide aus der Wirkstoffgruppe der
Neonikotinoide – auch bekannt als „Bienenkiller“ – tödliche Gifte.
Zum Schutz der Bienen und Wildinsekten müssen Clothianidin,
Thiamethoxam und Imidacloprid dauerhaft verboten werden, fordert
Bioland. Bisher hat die EU-Kommission mit einer
Durchführungsverordnung die Verwendungszwecke dieser drei Wirkstoffe
nur eingeschränkt.

Für eine wirksame Pestizid-Politik ist die Einführung einer
Pestizid-Abgabe unerlässlich. „Die Pestizidindustrie muss als
Verursacher endlich an den externen Kosten des chemisch-synthetischen
Pflanzenschutzes beteiligt werden“, so Bioland-Präsident Jan Plagge.
Gemeint sind versteckte Kosten für Umweltschäden, Artenverlust,
Brunnenschließungen oder Krankheitsbehandlungen. Der Biolandbau
verursacht diese Kosten nicht. Biolebensmittel zeigen den Kunden
somit ihren echten Preis. „Biolandbau funktioniert, verzichtet auf
chemisch-synthetische Pestizide und wird trotzdem im Wettbewerb
benachteiligt. Müssten die Verursacher ihre realen Kosten bezahlen,
wären Bioprodukte noch wettbewerbsfähiger. Die Politik muss einen
fairen Wettbewerbsrahmen sicherstellen und kann darüber den Umstieg
auf ökologischen Landbau unterstützen“, so Plagge.

Pressekontakt:
Bioland Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz

Pressestelle, Gerald Wehde
Tel.: 0 61 31 / 23 97 9 – 20, Fax: 0 61 31 / 23 97 9 – 27
presse@bioland.de

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