BR-Intendant für trimediale „Pionierleistung“ ausgezeichnet / Ulrich Wilhelm betont Verantwortung der Qualitätsmedien in Zeiten des digitalen Umbruchs

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Die Evangelische Akademie Tutzing hat den
Intendanten des Bayerischen Rundfunks Ulrich Wilhelm mit dem
„Tutzinger Löwen“ ausgezeichnet. Dieser steht für „Toleranz und
Weltoffenheit und für visionären Gestaltungswillen“. Die
„Pionierleistung“ Wilhelms sei, den ersten großen Sender der ARD auf
Trimedialität umzustellen, sagte Akademiedirektor Udo Hahn Sonntag
Abend in seiner Laudatio: „Unter Ihrer Leitung ist ein schlüssiges
Konzept entstanden, den BR für die digitale Zukunft zu rüsten. Für
mich besteht kein Zweifel, dass unsere Gesellschaft einen starken
öffentlich-rechtlichen Rundfunk braucht, mit qualitativ hochwertigen
Angeboten für alle Altersgruppen.“

Um den Bayerischen Rundfunk zukunftsfähig zu machen, habe Wilhelm
sich „zum Motor einer Entwicklung gemacht, die eine Herkulesaufgabe
lösen muss“. Die redaktionelle Integration von Hörfunk, Fernsehen und
Online innerhalb der nächsten Jahre sei „eine notwendige Innovation,
die dem Gemeinwohl dient und von der alle Bürgerinnen und Bürger
profitieren werden“, betonte Hahn.

Wilhelm sagte, er werte die Auszeichnung als einen Preis für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, die den
Reformprozess tragen. Mit dessen Hilfe wolle der BR „weiterhin ein
sichtbarer und relevanter Anbieter auf dem Medienmarkt sein“.

Der BR-Intendant ergänzte, er nehme den Preis auch entgegen
„stellvertretend für die vielen Medienunternehmen in unserem Land,
die sich mit den Konsequenzen der Digitalisierung beschäftigen“ und
überlegen, wie sie zeitgemäß den demokratischen Diskurs fördern
können. Wilhelm sprach erneut davon, dass Qualitätsmedien
„verantwortlich in einem Austausch stehen“ und lobte, wenn sich
Medienunternehmen in Zeiten des digitalen Umbruchs „gegenseitig
unterstützen“.

Medien seien „von einer geradezu nicht wegzudenkenden Bedeutung“.
Sie seien Garanten der öffentlichen Willensbildung, „ohne die
wiederrum Demokratie und Rechtsstaat nicht funktionieren können“.
Ohne Qualitätsmedien werde „der unerlässliche Austausch so vieler
Funktionseliten, so vieler Kreise und Teile unserer Gesellschaft in
all der Arbeitsteiligkeit nicht mehr gelingen, wir haben im Moment
noch keine Substitution dafür!“

Akademiedirektor Hahn unterstrich in seiner Rede, dass der
öffentlich-rechtliche Rundfunk ein „fester und unaufgebbarer
Bestandteil“ der Verfassung sei. Er leiste „einen zentralen Beitrag
für unsere Demokratie. Seine öffentlich-rechtliche Verfasstheit wird
auf EU-Ebene allerdings immer wieder in Frage gestellt, was aus
meiner Sicht von einer Geschichtsvergessenheit zeugt, die nicht
hinzunehmen ist.“

Intendant Wilhelm dankte Hahn für diese Bemerkung: Medien seien
nicht einfach nur ein Teil der Daseinsvorsorge, sondern „zutiefst ein
Teil auch unserer Kultur, unseres Rechtslebens, unserer
Rechtsordnung“. Dies könne nicht nur nach den Maßstäben der
Daseinsvorsorge und der Marktliberalisierung gewertet werden.

Wilhelm ist nach dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), der
ehemaligen FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher, dem SPD-Politiker
Egon Bahr, dem Physiker Carl-Friedrich von Weizsäcker sowie den
früheren bayerischen Landesbischöfen Hermann von Loewenich und
Johannes Friedrich die siebte Persönlichkeit, die mit der
Bronzeplastik, dem „Tutzinger Löwen“ geehrt wurde.

Pressekontakt:
Bayerischer Rundfunk, Pressestelle
Rundfunkplatz 1, 80335 München
Tel.: 089 / 59 00-10 560, Telefax: 59 00-10 555
E-mail: presse@br.de

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